2.Advent

 

Weihnachten rückt näher

wir singen ein frohes Lied

Weihnachten kommt näher

und der Geist der Liebe wird sein

ganz bestimmt

Weihnachten rückt näher

und wir werden glücklich sein

uns einfach zu sehen an Weihnachten

Weihnachten rückt näher

weißer Schnee fällt

ein Teil des Mondes

leuchtet hell

auf dieses Wunderland-

Überall ist Weihnachten.

Dorsay Baker

 

(übersetzt Wortsonate)

Foto benited.com

 

Damit allen einen schönen 2.Advent.

 

Grüße zum 1.Advent

Mit diesem Video möchte ich möchte allen einen schönen ersten Advent wünschen und mich für das regelmäßige Lesen bedanken.

 

 

Wie ich das Schreiben im Blog weiterentwickele weiß ich noch nicht. Ich denke im Moment werden es nur die Gedichte sein. Für die Sonntagsgedanken und Buchbesprechungen fehlen mir in der momentanen Situation die Kraft und Kreativität. Wenigstens ein bisschen, weil das Schreiben fehlt mir schon. Eure Beiträge versuche ich so zeitnah wie möglich zu lesen, weil es eine Abwechslung ist.

In diesem Sinne wir lesen uns.

Schreibwerkstatt

ABC  Etüden 46/17

Holladri ertönte es aus der Stadthalle, der Jodelwettbewerb war in vollem Gange. Maria und Theresa lauschten hinter der Bühne, was ihre Konkurrenten so von sich gaben. Sie kannten sich schon seit Kindertagen, jede hatte ihrem Jodler eine Stilblüte aufgedrückt. Und sie wollten gewinnen, da wird keine von ihnen nachgegeben, das war schon immer so.

„Du, wirst sehen, mein Holloholldri wird keiner toppen können.“

„Naa“, meint Maria, horch mal wie perfekt mein Hooolliidri klingt.“ Sie fängt an zu jodeln, in dem Augenblick fängt Teresa schallend an zu lachen.

„Mei, das ist so banal, da ist das Hoo in den Kanal gefallen.“

Maria schnaufte verächtlich: „Du wirst schon sehen, ich habe meinen Geheimjodler noch nicht ausgejodelt.“

Von der Bühne erschallte ihr Namen: Maria Neauger kommen sie bitte zum Auftritt.

 

 

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2017/11/12/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-46-17-wortspende-von-wesentlichwerden/

 

Damit möchte ich aus familiären Gründen eine Blogpause einlegen.

Ausgelesen

Zum Thema Wortreise passt der Roman von Yoko Tawada „Etüden im Schnee“.

etüdenTaschenbuch, 320 Seiten, ISBN 3-887697375, Konkursbuch, EUR 12,90

https://www.amazon.de/Et%C3%BCden-im-Schnee-Yoko-Tawada/dp/3887697375

 

Vorne weg, es ist eine Geschichte auf die der Leser sich einlassen sollte. Denn nichts ist so wie sonst.

 

In dem Buch wird die Geschichte von drei Eisbärengenerationen aus der Perspektive der Tiere erzählt. Die Großmutter lebte in Moskau und emigrierte vor der Wende- nach Westdeutschland, später nach Kanada. Ihre Tochter ging wieder zurück nach Europa. Sie arbeitete im Zirkus. Ihr Sohn Knut wird im Berliner Zoo geboren, und die Wende schon lange Geschichte.

Inspiriert hat Yoko Tawada die Berühmtheit von Knut, von da ausgehendend entstand diese Geschichte, die aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Die Figur der Großmutter ist eine fiktiv, und auch hier war es eine Kindheitserinnerung von Yoko Tawada.

Interessant ist das in Japan in der Erwachsenenliteratur viel mehr Tierfiguren vorkommen als hier.

Der Titel „Etüden im Schnee“ verwirrt ein wenig, da die Eisbären von Tawada weit entfernt sind vom Nordpol. Und keiner von ihnen kehrt zurück.

Migration, andere Kultur, andere Sprachen das sind Themen im Buch von Yoko Tawada. Das liegt sicherlich daran das sie mit 22 Jahren nach Europa kam. Für ihre erste Reise von Japan nach Europa nahm, sie die Transsibirische Eisenbahn. Wie sie damals den Übergang Asien von Europa erlebte, erinnert sie sich:

„Für mich war Moskau, wo Europa anfängt, aber in der Eisenbahn waren auch Franzosen, z.B. die mir gesagt haben, nein Moskau gehört nicht zu Europa und, und, und. Und dann habe ich, mitten in Sibirien, wo kein Haus steht, wo keine Kultur nicht ist und da steht ein Schild „Geografische Grenze“ und das steht. „Rechts Asien, links Europa.“

 

Interessant daran das Yoko Tawada diesen Roman zuerst auf Japanisch geschrieben hat. Und ihn dann selbst übersetzt, manches schrieb sie dabei neu. Eine Sprachwandlerin, die viel in die Geschichte hineingibt.

Das Thema Tiere hat sie im Frühjahr 2015 an der New York University ausgewählt. Ihr Vorlesungs- und Seminarthema war: „Was denken Tier“. Als Vorlage wählte sie auch u.a Franz Kafka  „Ein Bericht für eine Akademie“. Über diese Erfahrung schreibt sie: „Mich interessiert die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Es gehört zum Menschenrecht, ein Tier zu sein.“

Vielleicht kommt es für den Leser deswegen etwas bizarr rüber. Wir haben keine Erfahrung in der Erwachsenenliteratur, mit Tierfiguren. Yoko Tawada hat einen ganz anderen Bezug dazu. Sie schafft eine Handlungsweise indem sich beides vermischt: die Tiere und die menschlichen Figuren.

Wer sich auf dieses Spiel einlässt, erkennt die Sprachkunst die im Erzählen steckt. Im Text gehen Traumebenen und Realität vergnügt ineinander über. Scheinbar selbstverständliches aus unserem Alltag zeigt sich in neuem Licht.

Leseprobe:

„Ich war ein starkes Mädchen, konnte ohne Mühe meine Spielkameraden in die Luft werfen. Eines Tages schleuderte ich wieder ein Kind in die Luft, und dieses beschimpfte mich mit einem Wort, das mich überraschte. Plötzlich fiel mir auf, dass alle Kinder außer mir das gleiche Tuch um ihren Hals gebunden hatten. Ich gehörte nicht dazu.“

Ich empfehle es denen, die einen Roman mit Herausforderung suchen.

Für ihren Verdienst um die deutsche Sprache erhielt Yoko Tawada die Carl-Zuckermayer Medaille 2018 des Landes Rheinland Pfalz.

http://www.adwmainz.de/nachrichten/artikel/yoko-tawada-wird-mit-der-carl-zuckmayer-medaille-geehrt.html

https://heimatkunde.boell.de/2009/02/18/fremd-sein-ist-eine-kunst-interview-mit-yoko-tawada

 

Die Autorin:

Yoko Tawada lebt in Berlin. Sie wurde als Tochter eines Buchhändlers in Tokio geboren und studierte an der Waseda-Universität (Schwerpunkt russische Literatur).

Von 1982 studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg und promovierte bei Sigrid Weigel in Zürich. Sie schreibt auf Japanisch und auf Deutsch. Sie erhielt viele Auszeichnungen, und publizierte bisher 23 Bücher.

 

Schreibwerkstatt

Einst konnte ich die Sprache der Blumen sprechen,

Einst verstand ich jedes Wort das die Raupen sprachen,

Einst lächelte ich heimlich über den Klatsch der Stare,

Und teilte eine Unterhaltung mit der Stubenfliege,

in meinem Bett,

Einst hörte ich all die Fragen der Grillen und beantwortete sie,

Und nahm das Weinen von jeder fallenden sterbenden Schneeflocke war,

Einst sprach ich die Sprache der Blumen.

Wohin ist es verschwunden?

Wohin ist es verschwunden?

Shel Siberstein

(übersetzt wortsonate)

 

Buchstaben Wort 13

Zitate Wörter

„Du solltest schreiben, wenn du die Formen der Geschichten liebst und Sätze und die Kreation von verschiedenen Wörter auf einer Seite. Schreiben kommt vom Lesen und ist der feinste Lehrer um Schreiben zu lernen.“

Annie Proulx

 

„Ich kenne nichts auf der Welt das so eine Kraft hat wie das Wort. Manchmal schreibe ich eins, und schaue es an, bis es anfängt zu schimmern.“

Emily Dickson.

 

 

Buchstaben Wort 13

 

Begeisterung tanzt über das Blatt,

die Worte schmiegen sich aneinander,

blütenweiß, unverbraucht so fühlen sie sich an,

haben ihr Dasein in aller Munde,

ehrfurchtsvoll, volumenstark, leise,

Erwartungsfroh wachsen sie,

bilden ein neues Gefüge,

facettenreich und farbenbunt.

Geradewegs in uns hinein.

Wortsonate

Nichiyo Sonntagsgedanken 12.11.2017

Wörter sind ein ständiger Begleiter geworden. Kurze Gedichte formulieren oder Übersetzen bringt einem zum Nachdenken, ob diese Wörter heute noch verwendet werden.

Christinas Abc Etüden sind manchesmal eine Herausforderung. Und manche Wörter lassen mich Grübeln. Pudelwohl war so ein Wort. Ist es im täglichen Sprachgebrauch noch im Umlauf? Oder behaglich oder wohlig?

Drei Wörter nicht immer einfach, wie eine Zeitreise in meinen Sprachschatz, welcher Text sich daraus entwickelt.

In der Spotlight gab es dazu eine Vokabelkarte:

„walking dictionary“

Damit ist jemand gemeint der ein reichhaltiges Vokabular besitzt und fundiertes Wissen über Wörter hat.

Doch gibt es sowas wie eine Ablaufzeit der Wörter?

In der Tina wurde aus den verlorenen Wörtern eine kleine Geschichte geschrieben:

Ein wahres Kleinod war unser Lichtspielhaus mit seinen Plüschspitzen. Fernmündlich hatte ich mich mit meinem Augenstern dort verabredet. Es bauchpinselte mich ungemein, dass sie sich mit mir Dreikäsehoch verabredet hatte und mich ihr Labsal nannte. Während ich auf die Holde wartete, wurde mir etwas blümerant. War ich zu spät? Weil ich meinen Schlüpfer nicht finden konnte, musste ich mich nämlich wie ein D-Zug beeilen und war erst in letzter Minute auf meinem Bonanzarad dort angelangt. Aber da kam sie, in letzter Sekunde. Potzblitz war, dieser Backfisch dufte!

 

Manche Wörter daraus sind ausgestorben, und mancher Teenager kennen sie auch nicht mehr. Auf der anderen Seite kennen wir immer ihre Wörter?

Sprache verändert sich immer. Wer kennt noch den Suppenkasper? Oder Affenzahn? Auch der Duden wechselt regelmäßig die Wörter. Wieviele wohl schon verschwunden sind?

Jede Region, jeder Dialekt, jeder großer Schriftsteller, hat die deutsche Sprache bereichert. In jeder Sprache gibt es Kleinode, um die es schade wäre. Unsere Sprache lebt von dem was wir verwenden. Doch sie verändert sich. Mit jeder Generation kommen neue Wörter hinzu, andere sind auf einmal nicht mehr da.

Sprache ist eine spannende Zeitreise in die Wörter- darum wird die Woche auch unter dem Thema „Wortreise“ stehen.

 

Wortspiel

Wörter sind unser Schatz

Ohne sie wären wir wohl verloren

Ruhen tief in uns

Treffen auf andere Wörter

 

+

 

Sich verbinden in einer Sprache

Pellen sich in wie ein rohes Ei

Rattern endlos in unserem Kopf

Abwartend wie sie sich fügen

Crossen sich gegenseitig

Handlunglustig drehen sie sich und verwirren uns

Enden in einen Wortspiel unbekannter Art

Wortsonate November 2017

 

Schreibwerkstatt

ABC Etüden 45/17

 

Sie kramte in ihrer Erinnerungskiste, und zauberte ein getrocknetes Ahornblatt hervor. In jenen Tagen auf ihrer Rucksacktour durch China, lernte sie ihren Mann kennen. Beide lachten herzhaft darüber, als sie an der Chinesischen Mauer, herausfanden dass sie aus gleichen Stadt kamen. Er war Dozent für Kultur, und plauderte allerlei Unfug. Ihre gemeinsamen Tage endeten in Abschiedstränen, doch sie wussten bald würden sie sich wieder sehen. Als Trostpflaster schenkte ihr dieses Ahornblatt und gewann ihr Herz für immer. Sie seufzte tief, ach wie unbeschwert sie waren. Wie Seifenblasen schwebten sie durch das Leben bis sie sich häuslich niederließen. Ihr Zweijähriger zog an ihrem Hosenbein und versuchte hoch zu krabbeln. Ach,ja wie gerne würde sie dorthin noch einmal zurückkehren.