Nichiyo Sonntagsgedanken 27.08.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 27.08.2017

Hand/ Geschrieben

Ach, wie die Woche verging, kurz den Sommer genossen, kurze Gedanken was es denn heute zu erzählen gäbe.

Da fiel mir ein neuer Trend auf:

 Hand Lettering

Wird Handgeschriebenes wieder modern? Nein, damit ist eher das kreative Zeichnen und Malen von Buchstaben gemeint. Hierbei geht es nicht wie bei der Kalligrafie um Perfektion, sondern um eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema Schrift.

Wie groß der Hype darum wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Es ist eine Weiterentwicklung der Ausmalbücher. Betrieben wird der Trend um Bloggerinnen und Typografie-Künstlerin Hannah Rabenstein. Sie gehört zu den Pionierinnen des neuen Gestaltungstrends.

https://www.diedruckerei.de/magazin/handlettering-hannah-rabenstein/

Der Trend hat aber nichts mit der Typografie und ihrer 5000-jährigen TradHandwriting 1ition zu tun, sowie dem Streben, Texte möglichst komfortabel lesbar zu gestalten.

Die Vielzahl der Links ist reichhaltig, hier drei davon:

http://www.flow-magazin.de/article/handlettering

https://letteringtutorial.com/

https://www.pinterest.de/emmabees/handlettering/

Ein bisschen erinnert mich das an das Schönschreiben üben in der Grundschule, aber auf der anderen Seite wird sicher wieder die Handschrift trainiert. Für den Gedichteblog fände ich das gar nicht so schlecht.

In dem Artikel von Epoch Times wird berichtet das die klassische Handschrift, wie sie jahrelang in Schulen gelehrt wurde, immer mehr ins Wanken gerät.

Klar die kurzen Sachen lassen sich gut mit dem Smartphones erledigen.

Doch die Verfechter der Handschrift führen gute Gründe ins Feld damit die Handschrift erhalten bleibt:

-ohne Handschriften verlieren wir den Zugang zu einem wesentlichen Teil unserer Geschichte

-wer selbst nicht schreiben kann, wird sich schwer damit tun, historische Texte und Dokumente zu entziffern

– auch beschäftigt sich eine Wissenschaft mit Zusammenhang zwischen Schrift und Charakter

http://www.epochtimes.de/wissen/der-wert-der-handschrift-im-computerzeitalter-a2180406.html

Handwriting 2Auch gibt es wissenschaftliche Anhaltspunkte dass man handschriftlich anders denkt.

Meine eigenen Texte schreibe ich immer noch in einer Kladde vor, da fällt mir der Text eher ein. Die Feinarbeit mache ich allerdings am PC.

Und irgendwie fehlen mir die handgeschriebenen Briefe von Freunden und Bekannten, die liebevoll gestaltet waren, und die ich gesammelt habe. Wer weiß vielleicht sind sie bald antiquarisch.

Und sogar einen Verein habe ich gefunden:

Allianz für Handschrift

Der Verein hat zum Zweck das Kulturgut Handschrift zu erhalten.

https://www.allianz-fuer-handschrift.de/

Oder wie wäre es wieder Sütterlin zu lernen:

http://www.deutsche-kurrentschrift.de/

Für die kommenden Herbst- und Wintertage eine gute Übung, um sie dann am 23. Januar zum Tag der Handschrift zu präsentieren.

Ins Leben gerufen wurde der National Handwriting Day von der Writing Instrument Manufacturers Association im Jahr 1977. Schon damals haben die Initiatoren wohl geahnt, dass die Handschrift immer weniger wird.

https://www.kuriose-feiertage.de/national-handwriting-day-usa/

Im Japanischen ist es die Kalligrafie, die Kunst des Schönschreibens von Hand, mit Federball, Pinsel, Filzstift oder anderen Schreibwerkzeugen. Sie hat immer noch einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen und künstlerischen Leben.

http://www.zauber-der-stille.de/shodo.html

Ihr seht das Thema ist ein weites Feld und jeder findet bestimmt seins, mit dem er kreativ arbeiten  möchte-

Zum Abschluss:

IMG_20170724_150738 foto Gedicht

Meine Handschrift

Gib mir einen Stift und Papier

Und ich sage dir wie ich mich fühle,

aber nicht einfach in Worten, meine Handschrift offenbart vieles,

sowie tadellose Handschriften bekannt sind

solltest du auf meine schauen und die Stirnrunzeln,

doch ich werde sie nicht ändern bevor du es gesehen hast,

Das ordentliche Schreiben ist nicht so meins,

Bekannt für das Verfehlen der Linien auf dem Papier,

zeigt es meine rebellische und unbekümmerte Seite,

Meine Handschrift umschließt vieles,

du hast es nicht bemerkt.

Zeigt ganz einfach wie laut und ungestüm ich sein kann,

es beginnt ganz klein und verstummt allmählich,

Genauso deswegen liebe mich und meine Launen!

 

Das wurde von einem guten Freund von mir geschrieben.

 

Nourham Fayed

 

(übersetzung wortsonate)

 

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Sommer

Sommer

Ra4odFv

Sommer erleben

Nur einen einzigen Schritt kostet es dich,

diesen Sommer zu erleben

Geh`hinaus und schon bist du mittendrin

In diesem Sommer!

Irina Rauthmann

 

                                                                                   (Übersetzung wortsonate)

Nichiyo Sonntagsgedanken 20.08.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 20.08.2017

Bücher, Bücher tauchten als Bilder, als Info, als Gedanken auf.

Im Guardian fand sich folgender Artikel:

Regalleben: Autor Hanya Yanagihara lebt mit 12.000 Büchern in seinem Ein-Zimmer-Apartment, in dem er drei seine drei großen Leidenschaften untergebracht hat: Bücher, Kunst, Reisen. Die Wohnung befindet sich in einer ehemaligen Stahlfabrik, aufteilende Wände gibt es nicht. Einzig das Regal mit den 12.000 Büchern teilt den Raum in einen privaten Bereich und auf der anderen Seite, das Wohnzimmer, Küche und Esszimmer.

https://www.theguardian.com/books/2017/aug/12/homes-author-hanya-yanagihara-new-york-12000-books?utm_source=esp&utm_medium=Email&utm_campaign=Bookmarks+-+Collections+2017&utm_term=239146&subid=17131213&CMP=bookmarks_collection

Was ich daran faszinierend fand, ist das jedes Buch alphabetisch nach Autor sortiert ist.

Beim Lesen kam mir eine Erinnerung an eine gute Freundin.

U7YSEuFIn einer Immobilienannonce stand ein kleines bergisches Häuschen zu verkaufen, 2 Zimmerchen auf jeder Etage eins. Da kam ihr der Gedanke daraus ein Bücherhäuschen zumachen. Leider kam die Idee irgendwie nicht in Gang.

Da waren zu einem die Denkmalauflagen zu beachten und sie war privat und beruflich sehr eingebunden.

Na,ja es gibt noch viele von diesen kleinen Häuschen, vielleicht wird es mal ein Bücherhäuschen geben.

Warum die Häuser so klein waren? Die Leute hatten nicht immer so viel Geld und der Platz war in einer Hofschaft auch nicht immer gegeben.

Doch wer weiß, ob das Buch lesen in ferner Zukunft noch zeitgemäß ist.

In Asien bekommt derweil selbst das E-Book schon Konkurrenz. Chinesen lieben das Online-Reading , sie schmökern via App Serienromane auf dem Smartphone. Wichtig dabei ist der Social-Reading-Effekt- man tauscht sich mit Lesern und Autoren aus, macht Plot-Vorschläge und bewertet. Mehr als 330 Millionen Leser im Reich der Mitte machen das schon so, die meisten gehören der Generation Ü30 an und bevorzugen typisch fernöstliche Genres wie Waxia oder Populärkultur a la Fantasy oder Herzschmerz.

(Quelle. E-Book News, Original: https://www.forbes.com/sites/jinshanhong/2017/07/17/chinas-online-reading-craze-is-so-big-its-challenging-amazons-kindle/#7928d61b4a8c)

Bis dahin freuen wir uns auf den Leseherbst.

Meine Highlights die ich bisher entdeckt habe:

Im September erscheint im Wallenstein Verlag die erste vollständige und kommentierte Ausgabe der Werke Irmgards Keun.

Darauf freue ich mich, weil ich habe sie mal mit einer Leserunde gelesen, die Romane sind sehr tiefgründig.

Mariana Leky

Was man von hier sehen kann

Selma erscheint im Traum ein Okapi- und am nächsten Tage stirbt jemand. Wen genau es trifft, kann sie nicht voraussagen. Vor diesem Hintergrund entwirft Mariana Leky das Porträt eines Dorfes, indem sich allerhand sonderbares ereignet.

 

David Mitchell2g5ZIEA

Die Knochenuhren

An einem verschlafenen Sommertag des Jahres 1984 begegnet die junge Holly Sykes einer alten Frau, die ihr im Tausch für „Asyl“ einen kleinen Gefallen tut. Jahrzehnte werden vergehen, bis Holly Sykes genau versteht, welche Bedeutung die alte Frau dadurch für ihre Existenz bekommen hat. Die Knochenuhren folgt den Wendungen von Holly Sykes‘ Leben von einer tristen Kindheit am Unterlauf der Themse bis zum hohen Alter an Irlands Atlantikküste, in einer Zeit, da Europa das Öl ausgeht. Ein Leben, das gar nicht so ungewöhnlich ist und doch punktiert durch seltsame Vorahnungen, Besuche von Leuten, die sich aus dem Nichts materialisieren, Zeitlöcher und andere kurze Aussetzer der Gesetze der Wirklichkeit. Denn Holly – Tochter, Schwester, Mutter, Hüterin – ist zugleich die unwissende Protagonistin einer mörderischen Fehde, die sich in den Schatten und dunklen Winkeln unserer Welt abspielt – ja, sie wird sich vielleicht sogar als deren entscheidende Waffe erweisen. Metaphysischer Thriller, moralische Betrachtung und Chronik unseres selbstzerstörerischen Handelns – dieser kaleidoskopische Roman mit seiner Vielfalt von Themen, Schauplätzen und Zeiten birst vor Erfindungsreichtum und jener Intelligenz, die David Mitchell zu einem der herausragenden Autoren seiner Generation gemacht hat. (Quelle Rowohlt Verlag)

 

Durian Sukegawa

Die Insel der Freundschaft

http://www.dumont-buchverlag.de/buch/sukegawa-die-insel-der-freundschaft-9783832198619/

 

Für das Fachthema:

Nigel Haber Ein Jahr lang gut essen

Hans Ulrich Grimm Vom Verzehr wird abgeraten

Das wird bis zum Jahresende eine wichtige Aufgabe, Material zum Bewussten Einkaufen und Ernähren sammeln, mit dem Thema Schichtarbeit bin ich ein bisschen weiter. Im Januar werde ich mit der Ausbildung zum Online Texter beginnen.

Genug gelesen. Entspannungsphase.

 

 

(Die Bilder sind im Wuppertaler Zoo entstanden.)

Ausgelesen

Ausgelesen

Neben dem Schreiben, das flüssig läuft, las ich das Buch:

Der Schneekimono

Mark Henshaw Der Schneekimono

ISBN 975-3-458-17682-4, Insel Verlag, 380 Seiten, gebunden,

EUR 22,00

 

 

Klappentext.

Auguste Jovert lebt zurückgezogen in seiner Wohnung in Paris. Eines Tages steht ein Fremder vor seiner Tür, der ihm die Geschichte seines Freundes, des Japaners Katsou Ikeda, erzählt. Ikeda führte ein bewegtes Leben als Schriftsteller, verliebte sich unsterblich in die schöne Mariko. Doch als er ihr wiederholt den Wunsch nach einem Kind ausschlägt, verlässt sie ihn. Er verfällt in tiefe Depressionen, bis er eines Tages die junge Sachiko trifft, die er unbedingt ganz für sich haben will, denn sie erinnert ihn Mariko. Doch als Sachiko schwanger wird und in einem Schneesturm stirbt, muss er sich der Wahrheit stellen, die er bislang nicht wahrhaben wollte. Und Auguste Jovert begreift, dass diese Geschichte im fernen Japan mehr mit ihm zu tun hat, als er zunächst ahnte. Denn auch er wird von seiner Vergangenheit eingeholt-

 

Der Klappentext zeigt schon auf, wie komplex diese Geschichte ist. Auf einmal Lesen war für mich gar nicht möglich, weil die Handlungsfäden zu verstrickt sind.

Der Handlungsbeginn spielt in Paris, mit einem kleinen Abstecher nach Algerien, und die Erzählweite geht von den späten 50er bis hin zu den späten 80er Jahren.

Mark Henshaw erzählt von dem pensionierten französischen Inspector Jovert, dem ehemaligen Anwalt Tadishi Omura und seinen alten Schulfreund, dem Schriftsteller Katsou Ikeda.

Das erste Kapitel beginnt in Paris 1989, mit einem Brief an Jovert, in der eine Frau behauptet seine Tochter zu sein, aus einer Beziehung in Algerien vor dreißig Jahren. Kann das sein? Er begegnet Omura im Hausflur, der sein eigenes Tochterdrama hat. Er erzählt Jovert von seiner Ziehtochter Fumiko, die er lange im Glauben lässt ihr Vater zu sein. Die Wahrheit kommt erst heraus als Katsou aus dem Gefängnis entlassen wird.

Und obwohl in erster Linie der Handlungsablauf von den ersten zwei genannten Figuren vorangetrieben wird, musste ich am Anfang ganz schön aufpassen, dass ich die anderen Figuren sortiert bekomme.

Denn der Roman hat eine komplexe Struktur durch das Überlappen von Gegenwart und Vergangenheit. Am Anfang erschließt sich nicht immer alles direkt, erst im Laufe der Erzählung.

Wie ein japanisches Puzzle, das ausgezeichnet ist für seine endlosen Lösungen und Tiefen, baut jedes Kapitel auf das andere, und entfaltet den Leser seine Geheimnisse in immer tieferen Geschehnissen.

 

Leseprobe:…“Die sogenannten Trickschachteln sind eine alte Tradition, sehr verschieden von dem, was sie hier in Europa haben. Jedes Teil daran steht für sich. Keine Form wird wiederholt, es sei denn zu einem bestimmten Zweck. Einige Teile sind klein, andere größer, aber alle dienen dazu, uns zu täuschen und in die Irre zu führen, um die Lösung des Rätsels so schwierig und anspruchsvoll wie möglich zu machen. In unserer Tradition offenbart die Machart einer Trickschachtel und ihre Lösung eine höhere Wahrheit über die Welt…“

 

Das ist das Reizvolle an der Geschichte, der Leser versinkt immer tiefer in die Erinnerungen hinein und erhält einen poetischen Roman. Umso länger die Verstrickungen anhielten umso mehr wollte ich wissen wie Mark Henshaw die Geschichte auflöst.

Dem Autor ist ein atmosphärischer Roman gelungen, der behutsam die Erinnerungen wie ein Puzzle zusammenfügt. Die Lösungen offenbaren sich von Kapitel zu Kapitel.

Ich finde es kein Buch für den Strandkorb, denn die Geschichte spielt in unterschiedlichen Zeitebenen, die nicht chronologisch sind.

Ein Roman, der ein wenig Zeit zum Lesen braucht, der aber dann seine Geheimnisse offenbart.

Volle Lesempfehlung

Das englische Cover gefiel mir besser, weil geheimnisvoller wirkt.The SnowKimono

 

Der Autor:

Mark Henshaw wurde 1951 in Australien geboren, lebte u.a in Frankreich, Deutschland und in den Vereinigten Staaten. Derzeit ist er in Canberra ansässig. Sein erster Roman, Im Schatten des Feuers, war ein internationaler Erfolg und wurde in zahlreichen Sprachen übersetzt. Er arbeitete zwischenzeitlich als Kurator in der National Gallery of Australia, bis er sich vor kurzem wieder ganz dem Schreiben zuwandte.

 

www.markhenshaw.com/bio

www.lovelybooks.de/autor/Mark-Henshaw/

 

 

 

Fremde Sprache

             Fremde SpracheQNdy9o9

Ist der Weg den wir parallel gehen

Jederzeit lernen wir ein neues Wort

und seine Bedeutung

Wir bilden Brücken zwischen ihnen

Und wenn wir die meisten kennen

können wir zusammen einen größeren Weg   gehen.

                                                        Maria Sudibyo

                                            (Übersetzung wortsonate)

Nichiyo Sonntagsgedanken 13.08.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 13.08.2017

Wortspielereien

 Worte und Sätze beschäftigten mich in der einen oder anderen Form die ganze Woche.

Brandaktuell erschien der Duden mit 5.000 neuen Wörtern, einige andere sind dafür herausgefallen.  Deutlich schlägt sich die politischen Debatten der vergangenen Jahre nieder, mit Neuaufnahmen wie Flüchtlingskrise, Fake News und postfaktisch. Viele weitere Wörter sind englischen Ursprungs, darunter Selfie, Tablet und Social Bot.

Die Liste könnte ich jetzt unendlich weiterführen, doch ich habe daraus einen kleinen Text geschrieben.

 

 

Städtisch gelegen

Wohnung an Wohnung

Nachbarschaft

Trister Alltag

So scheint es

Doch es blüht in Kästen und Beeten

Im Hinterhof

Urban Gardening

Sie liken

Jede Tomate, jede Gurke,

drehen einen Clip

zum Kartoffelanbau

die Klickzahlen schnellen nach oben

machen ein Selfie

mit der größten Zucchini

Am Abend zieht

Im Bauwagen der Kommune

der Hygge ein.

 

ÜberseezungenEine Sprachengängerin ist Yoko Tawada.

Geboren wurde Yoko Tawada am 23.3.1960, in Tokio, studierte an der Waseda- Universität in Tokio russische Literatur. 1979 kam sie auf dem Landweg mit der transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland, hier lebt sie schon lange, aber regelmäßig kehrt sie nach Japan zurück.

Sie schreibt in beiden Sprachen und dabei häufig-nicht selten auf witzige Weise- Vorgänge sprachlicher und kultureller Übertragung inklusive ihrer Grenzen und Störungen.

Ihr Werk ist recht vielfältig: Lyrikbände, kurze Erzählungen sowie essayistische Texte, kurze Romane und Theaterstücke und Hörspiel. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen.

Im folgenden Artikel erzählt Yoko Tawada ihre Eindrücke im ersten Jahr in Deutschland. Jeder normale Büroalltag war für sie eine Kette rätselhafte Szenen.

In meinem ersten Jahr in Deutschland schlief ich täglich neun Stunden, um mich von den vielen Eindrücken zu erholen. Jeder normale Büroalltag war für mich eine Kette rätselhafter Szenen. Wie jede andere, die in einem Büro arbeitet, war ich umgeben von verschiedenen Schreibzeug. Insofern wirkte meine neue Umgebung auf mich nicht so fremd: Ein deutscher Bleistift unterschied sich kaum von einem japanische. Er hiess nicht mehr Enpitsu sondern Bleistift.

 

https://www.mtholyoke.edu/courses/dvanhand/germ214/towada.pdf

Doch wie wird Muttersprache definiert?

Muttersprache ist die erste Sprache die man als Kind spricht, ohne formularen Unterricht. Die Begriffe Muttersprache und Erstsprache sind synonym. Die Melodie und der Akzent der Muttersprache prägen sich dem Menschen so ein, dass sie ihn ein Leben lang begleiten und meist auch die später erlernten Sprachen durchdringt.

Muttersprache und Erstsprache können aber auch auseinanderfallen, etwa bei Migrantenfamilien, lernen Kinder erfolgreich in die Gesellschaft des neuen Heimatlandes integriert sind.

 

 

Sprache und Wörter sind ein weites Feld, das Entdecken und schreiben von Texten aus ihnen, bringen immer wieder neue Ideen hervor.

Ein Teil der Bücher von Yoko Tawada sind noch erhältlich, dagegen sind die Buchhinweise aus dem Buch „Japanische Gegenwartsliteratur“ schon älter, 90er Jahre. Ich denke die werden nicht mehr erhältlich sind.

Auch ein Mensch der zwanzig Sprachen beherrscht, gebraucht seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidert.“

(Jean Paul Belmondo)

 

 

Gedenken an den Atombombenabwurf

Gedenken an den Atombombenabwurf

 Zum Gedenken an die Opfer des Abwurfs über der japanischen Stadt Nagasaki

 

In Nagasaki

Wenn die Sonne fällt vom Himmel

als etwas Künstliches

Von einem hoch fliegenden Ding

Das Auge kann es nicht mehr länger sehen.

 

wo waren sie,

aber ihre Schatten sind verbrannt

richtig ins reale

und verweilen als dunkle kalte Eindrücke.

 

von Männer, Frauen, Kinder

und einigen Tieren

als alleinige Geister

als lebende leuchtende Wesen

werden sie immer darauf schauen

auf ihre Namenlosigkeit.

(Gert Strydor) (eigene Übersetzung wortsonate)