Wortspielereien

 Worte und Sätze beschäftigten mich in der einen oder anderen Form die ganze Woche.

Brandaktuell erschien der Duden mit 5.000 neuen Wörtern, einige andere sind dafür herausgefallen.  Deutlich schlägt sich die politischen Debatten der vergangenen Jahre nieder, mit Neuaufnahmen wie Flüchtlingskrise, Fake News und postfaktisch. Viele weitere Wörter sind englischen Ursprungs, darunter Selfie, Tablet und Social Bot.

Die Liste könnte ich jetzt unendlich weiterführen, doch ich habe daraus einen kleinen Text geschrieben.

 

 

Städtisch gelegen

Wohnung an Wohnung

Nachbarschaft

Trister Alltag

So scheint es

Doch es blüht in Kästen und Beeten

Im Hinterhof

Urban Gardening

Sie liken

Jede Tomate, jede Gurke,

drehen einen Clip

zum Kartoffelanbau

die Klickzahlen schnellen nach oben

machen ein Selfie

mit der größten Zucchini

Am Abend zieht

Im Bauwagen der Kommune

der Hygge ein.

 

ÜberseezungenEine Sprachengängerin ist Yoko Tawada.

Geboren wurde Yoko Tawada am 23.3.1960, in Tokio, studierte an der Waseda- Universität in Tokio russische Literatur. 1979 kam sie auf dem Landweg mit der transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland, hier lebt sie schon lange, aber regelmäßig kehrt sie nach Japan zurück.

Sie schreibt in beiden Sprachen und dabei häufig-nicht selten auf witzige Weise- Vorgänge sprachlicher und kultureller Übertragung inklusive ihrer Grenzen und Störungen.

Ihr Werk ist recht vielfältig: Lyrikbände, kurze Erzählungen sowie essayistische Texte, kurze Romane und Theaterstücke und Hörspiel. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen.

Im folgenden Artikel erzählt Yoko Tawada ihre Eindrücke im ersten Jahr in Deutschland. Jeder normale Büroalltag war für sie eine Kette rätselhafte Szenen.

In meinem ersten Jahr in Deutschland schlief ich täglich neun Stunden, um mich von den vielen Eindrücken zu erholen. Jeder normale Büroalltag war für mich eine Kette rätselhafter Szenen. Wie jede andere, die in einem Büro arbeitet, war ich umgeben von verschiedenen Schreibzeug. Insofern wirkte meine neue Umgebung auf mich nicht so fremd: Ein deutscher Bleistift unterschied sich kaum von einem japanische. Er hiess nicht mehr Enpitsu sondern Bleistift.

 

https://www.mtholyoke.edu/courses/dvanhand/germ214/towada.pdf

Doch wie wird Muttersprache definiert?

Muttersprache ist die erste Sprache die man als Kind spricht, ohne formularen Unterricht. Die Begriffe Muttersprache und Erstsprache sind synonym. Die Melodie und der Akzent der Muttersprache prägen sich dem Menschen so ein, dass sie ihn ein Leben lang begleiten und meist auch die später erlernten Sprachen durchdringt.

Muttersprache und Erstsprache können aber auch auseinanderfallen, etwa bei Migrantenfamilien, lernen Kinder erfolgreich in die Gesellschaft des neuen Heimatlandes integriert sind.

 

 

Sprache und Wörter sind ein weites Feld, das Entdecken und schreiben von Texten aus ihnen, bringen immer wieder neue Ideen hervor.

Ein Teil der Bücher von Yoko Tawada sind noch erhältlich, dagegen sind die Buchhinweise aus dem Buch „Japanische Gegenwartsliteratur“ schon älter, 90er Jahre. Ich denke die werden nicht mehr erhältlich sind.

Auch ein Mensch der zwanzig Sprachen beherrscht, gebraucht seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidert.“

(Jean Paul Belmondo)

 

 

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