Babelsprech.International am 27./28. Juli in Berlin

Mehr als zwanzig junge internationale Lyriker treten beim Sommerfest Babelsprech.International im Literarischen Colloqium Berlin auf. Neben Lesungen wollen die Dichter mit Videoinstallationen, Musik und Wortpoesie auch die Grenzgebiete der Gattung ausloten.

Doch wie sieht es heute mit der Lyrik aus? In den 80er und frühen 90er Jahren dümpelte die Lyrik etwas vor sich hin, bis auf Durs Grünbein, der 1995 mit 33 Jahren den Büchnerpreis erhielt.

Eine andere Art ist der Poetry Slam, der sich in den 90er Jahren von Chicago aus verbreitete. Alltagslyrik, Selbstbespiegelung und Protest sind Gegenstand der Texte, die nicht mehr einfach gelesen, sondern von Profis und Amateuren virtuos artikuliert. Aufgeführt, gefeiert und sinnlich erlebt werden.

 

 

Lyrik heute ist eine Möglichkeit, sich selbst auszutricksen, die eigene Befindlichkeit darzustellen und sich mit der eigenen Realität auseinanderzusetzen.

Lyrik heute nennt die Dinge beim Namen, versucht zu erfassen, was dahintersteckt. Sie beschreibt ergründet und erfasst, was tatsächlich ist.

Lyrik heute fordert den Leser wie den Schreiber dazu auf, Stellung zu beziehen, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen.

Lyrik heute setzt sich immer auch mit dem kulturellen Ideen und Erfahrungen anderer auseinander, egal, wo sie herkommen und zu Hause sind.

 

Sehen Sie hier

90° 0′ 0“ S das Land ist weiß zu allen Seiten. Kaum irgendwas ist sichtbar, fast alles wird verschluckt von diesen schieren Massen Schnee. Oder verschwindet in Schichten gleißenden Lichts. Von dem wenigen, das mir begegnet, kann das meiste nichts ausrichten. Über weite Strecken bleibt es einfach gleich. Eine Ausbreitung ungeheurer Leerstellen. Karge Brachen, Flächenwuchs, Stille.

(Maren Kames)

 

Im Netz findet sich eine Flut von Informationen, es bleibt spannend wie Grenzgänge aussehen könnten. Eine Möglichkeit wäre, Wörter an öffentlichen Plätzen zu platzieren, sie per App zu verteilen und zu verdichten.

Ich kann mich noch an ein Kunstprojekt erinnern, wo ein Netz mit Alltagsgegenständen, am Fahnenmast hochgezogen wurde. Mindestens dreimal wurde es geklaut und viele haben sich gefragt, was daran wohl Kunst sei.

 

 

Sommeridylle

Brummelnd naht das Gewitter

verdüstert deine Laune

Blitze erhellen die Luft

übertönen deine Wutschreie.

Regen ergießt sich auf

unsere Sommeridylle, die keine war.

Oder doch?

(wortsonate Juli 2017)

 

Quellen:

https://www.boersenblatt.net/artikel-babelsprech.international_am_27.___28._juli_in_berlin.1350768.html?nl=newsletter20170720&nla=artikel1350768&etcc_newsletter=1

http://lyrikdergegenwart.de/5-warum-heute-lyrik-gedankensplitter-artur-nickel/

http://www.br.de/telekolleg/faecher/deutsch/literatur/09-literatur-zusammen-100.html

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s