Frauen spielten eine zentrale Rolle in der modernen Dichtung, sie schafften und schufen neue Formen, die sich von der traditionellen Dichtung abhebt. Eine davon ist:

Akiki Yosano

Akiko Yosano ( 7.12.1878-29.5.1942)

Ist ihr PEN-Name, Dichterin, eine der ersten Feministinnen, Pazifistin und Sozialreformerin, die während der Meiji-Zeit, Taisho-Zeit und in der frühen Showa-Zeit aktiv war. Ihr wirklicher Name war Yosano Shiyo. Sie war eine der bekanntesten, und meist umstrittensten Dichterin in Japan.

 

Frühes Leben

Yosano wurde in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie in Sakai, nahe Osaka, geboren. Ihr Vater besaß eine Bäckerei und war Hoflieferant. Von frühester Kindheit an liebte sie es zu lesen, und bediente sich dabei der Bibliothek des Vaters. Als sie an die Highschool ging, abonnierte sie das Gedichtheft Mjojo (Bright Star), und wurde eine ihrer  wichtigsten Förderer. Myojos Herausgeber, Yosano Tekkan, unterrichtete sie in Tanka Poesie, 1901 heirateten sie.

 

Literarische Karriere

1901 brachte Yosano ihre ersten Tankas heraus: Midaregami (Tangled Hair). Die Sammlung enthielten 400 Gedichte und wurden von den Literaturkritiker wohlwollend aufgenommen. Ihr erstes Buch, überschattete alles was jemals geschrieben wurde, brachte einen leidenschaftlichen Individualismus in den traditionellen Gedichten. Im Gegensatz zu späteren Arbeiten. In ihrer Karriere folgen weitere zwanzig waka Anthologie. Ihr Ehemann Tekkan war ebenfalls Dichter, er realisierte sehr schnell das Yosano`s Fähigkeiten viel größer waren als seine, und entschied sich deshalb ihre Karriere zu unterstützen.

 

In ihren Gedichten kämpft Yosano Akiko gegen die traditionelle Denkweise, tritt für die freie Liebe und die Befreiung der Persönlichkeit von Prinzipien und Moral ein; sie bindet die Symbole der klassischen Poesie (die blühende Sakura, Zither, Glühwürmchen) an die vom Westen übernommenen Bilder.

Sie war mehrmals einer harten Kritik für die explizite Erotik in ihren Gedichten ausgesetzt. Das Hauptthema ihrer Lyrik ist die Liebe, die Mehrheit der Gedichte war Yosano Tekkan gewidmet. Einen großen Einfluss auf ihre Werke hatten Gedichte von Frauen wie Izumi Shikibu und Ono no Komachi. Akiko war bekannt für ihre Gedichte in der japanischen traditionellen Form – Tanka. Akiko personalisierte ihre Tanka, die auf den bekannten Themen und der üblichen Sprache, wie auch persönlichen Erlebnissen basierten. Ihre erste und bekannteste Poesie-Sammlung Midaregami (みだれ髪, „Verwickelte Haare“), in den mittelalterlichen Gedichten symbolisierte offenes Haar Leidenschaft, wie z.b. bei Izumi Shikibu, prieß die sinnliche Liebe an und enthielt Symbolik und Sprache, die man in der Zeit als außerordentlich erotisch ansah.

Obwohl ihre späteren Sammlungen wie zum Beispiel Hi no tori (火の鳥, „Feuervogel“), nicht so populär waren wie Midaregami, wurde dennoch die Struktur von manchen Kritikern überragend eingeschätzt.

Von den Werken, die in der shintaishi-Form geschrieben sind, ist das Kimi shinitamō koto nakare (君死にたもうこと勿れ, „Du sollst nicht sterben“) – das bekannteste. Es ist ein Gedicht mit vierzig Zeilen, die Akiko für ihren Bruder Sōshichi schrieb. Sie bittet ihn sein Leben nicht in dem Russisch-Japanischen Krieg zu lassen. Dieses Gedicht erhielt harsche Kritik, weil sie ihre persönlichen Gefühle wichtiger nahm als Patriotismus und die Pflicht für das Land. Akiko verteidigte sich in der Ausgabe von Myōjō (November 1904) und argumentierte, dass ihrer Meinung nach jeder seine „wahre Persönlichkeit in eigenen Werken zeigen“ soll, ansonsten habe sie keine Meinung. Akiko selbst sah Kimi shinitamō koto nakare nie als einen Protest oder als Kritik an der Herrschaft. In ihren Essays, die sie in den späten 30er Jahren schrieb, kann man deutlich sehen, dass Akiko kein Pazifist war. Es waren mehr ihre eigenen Gefühle und die Angst ihren jüngeren Bruder zu verlieren, die zu diesem Gedicht führten.

(wikipeda)

 

Yosano gründete eine gemeinschaftliche Schule, Banka Gakuirn (Institute of Culture). Zusammen mit Nishimura Iski, Kawasaki-Natsu und anderen, die sie zur Leiterin ernannten. Sie half vielen begabten Schreiber Fuß zu fassen in der literarischen Welt. Sie war eine starke Verfechterin der weiblichen Ausbildung.

Sie übersetzte auch die japanischen Klassiker in die moderne japanische Sprache, einschließlich Shinyaku Geniji Monogatari ( Newly Translated Tale of Genji) und Shinyaku Evigs.

Ihre letzte Arbeit war eine Zusammenstellung von 26.783 Gedichten.

Yosano starb 1942 an einem Schlaganfall im Alter von 63 Jahren-

 

 

Flussterne

Links vom Strand

gefüllt mit Wasser

ein verlassenes Boot

spiegelt sich im weißen Himmel wieder-

eines frühen Herbstes.

 

Schneller als der Hagel

leichter als die Feder

ein vager Kummer

kreuzt meinen Geist.

 

Fühle mich dir nahe

wie hätte ich nicht kommen können

um spazieren zu gehen unter

diesen aufsteigenden Mond am Abend

über blühende Felder.

 

Ich sage dieses Gedicht

Ich lehne mich gegen diese gefrorene Wand

am späten Abend

als ein schneidender Herbstregen

herabgeht

Worauf ich mich verlassen kann

ist eine weiße Birke

Wo keine menschliche Sprache

Jemals gehört wurde.

 

Ein Vogel kommt

filigran wie ein kleines Mädchen

um zu baden

im Schatten meines Baumes

in einer Herbstpfütze.

 

Als ich neunzehn war

wurde mir bewusst

das Veilchen verwelken

Quellwässer schnell austrocken

das Leben ist auch vergänglich.

 

Er steht an der Tür

Durch den Abend rufend

den Namen seiner

Schwester welche im letzten Jahr verstarb

er tut mir leid.

(eigene Übersetzung wortsonate)

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