Lesenotiz

Oh la´lá !  Frankreich ist in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse

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240 Motive wurden für den Plakatwettbewerb eingereicht. Gewonnen hat das Plakat „Miao-Miaou“ von Annika Fried. Die Begründung der Jury ist das das Plakat auf charmante Weise die feinen Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Sprache thematisiert und dem Betrachter ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.

 

 

https://www.boersenblatt.net/artikel-willkommensplakate_fuer_den_ehrengast_frankreich.1343918.html

Als Gastland will Frankreich nicht das Land sondern die französische Sprache in den Mittelpunkt stellen. Geladen sind Autoren aus aller Welt, von Afrika über die Karibik bis nach Kanada.

Diskutiert sollen aktuelle Themen wie Rassismus, die islamistische Bedrohung oder die Probleme in der EU.

Die Liste der Autoren ist lang, es wird viele Neuübersetzungen geben. Doch welches Buch würde mir gefallen, denn französische Autoren sind nicht unbedingt meine Leselieblinge. Ich finde mich immer schwer in die Geschichten ein, habe kein Gefühl für die Handlung und meistens langweilen mich die Romane.

Was würde mich überzeugen können? Hier kann ich auch andere französischsprachige Autoren auswählen.

Zwei die ich mir ausgesucht habe sind:

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute lebt und arbeitet. „Das Spiel der Schwalben“ war ihre erste deutsche Veröffentlichung. Ich habe sie deswegen ausgewählt, weil wir im Fernkurs Elias Khoury gelesen haben. Und vom Thema her sind beide ungefähr gleich.

http://www.avant-verlag.de/comic/das_spiel_der_schwalben

Pénélope Bagieu ist für mich eine erfrischende Autorin.

https://www.carlsen.de/urheber/penelope-bagieu/31841

Ich bin gespannt, ob mich das dieses Jahr überzeugen kann, ob ich am Lesen bleibe. Es ist wie so oft, mit den Gastländern, nach einer gewissen Zeit ist das große Interesse erloschen.

Ich werde sicher das ein oder andere Buch mitnehmen, damit eine Erinnerung bleibt.

https://www.buchmesse.de/fbmsite/de/fbm/presse/pressemitteilungen/03167/

https://www.welt.de/kultur/article161820964/Frankreich-umgarnt-Deutschland-wie-noch-nie.html

http://www.fnp.de/nachrichten/kultur/Frankreich-reist-mit-ueber-130-Autoren-zur-Buchmesse-an;art46564,2678735

http://www.tagesspiegel.de/kultur/frankfurter-buchmesse-wie-sich-paris-auf-den-gastlandauftritt-vorbereitet/19318892.html

 

2014 ging der Literaturnobelpreis an den Franzosen Patrick Modiano. Er zählt zu den bedeutendsten französischen Schriftsteller der Gegenwart. Sein Werk, schmale Romane in einer klaren, sparsamen Sprache erscheinen in Deutschland im Hanser Verlag. Zuletzt u.a. erschienen:  Place de l`Etoile  (2010), „Im Cafe der verlorenen Jugend (2012) und „Der Horizont „ (2013)

http://www.hanser.de/suche/?tx_gss_pi1%5Bquery%5D=Patrick%20modiano&cHash=7e24b7a0d0a8dd135007a281c6f0fff6

 

 

 

Lyrikerinnen wären natürlich auch klasse. Da ich im Moment keine gefunden habe, weil ich auch kein französisch kann, möchte ich zum Abschluss das folgende Gedicht einfügen:

 

ich bin eine pünktliche Krabbe     ich bin ein Brief ohne Ereignis     mein Feld ist leer     rein     leergefegt vom geringsten Stern     ich habe die gerundete Masse des Auges mit Samt verschleiert     dieses Instrument wird nur noch seinen Staub unterscheiden können ich wage das Schweigen nicht     ich stelle nur flache Sätze entgegen, die wie die Scheiben sind, die der Regen abwäscht und ich finde Geschmack am Abend     ich habe Nachsicht für den frühen Morgen     niemals ist etwas zum Lesen in meiner Hand

während ich die Reiskörner auf einem Küchentisch zähle habe ich meine Heiligkeit sichergestellt     ein Leben der Vollkommenheit     betrachtet tausendmal dieselben Brunnen, wo sich das Wasser bricht

Von mir ab kasteit sich die Zeit     wie sagte ich es gibt noch einen Fluß, der für Kälte empfänglich ist wie eine Insel mit Seen und Eingeborenen

Jacques Roubaud übersetzt von Roland Erb

 

In diesem Sinne genießen wir den Sommer und freuen uns auf den Leseherbst.

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4 Gedanken zu “Nichiyo Sonntagsgedanken 25.06.2017

  1. Da ich frankophon geprägt bin, freue ich mich natürlich über diese Wahl. Allerdings besuche ich die Messe selbst schon seit Jahren nicht mehr – zu viel Stress! Interessant sind aber immer die begleitenden Veranstaltungen in der Stadt während der Messewoche. Es gibt dezentral viele Lesungen, Diskussionen und Konzerte. 🙂

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