Mal gelesen

Mal gelesen

Bildergebnis für margaret atwood

(Quelle Tor.com)//

Als ich gehört habe das Margaret Atwood, den Friedenspreis erhält, erinnerte mich das an eine Leserunde die vor einigen Jahren stattfand. Damals haben wir die Kurzgeschichtensammlung „Unter Glas“ gelesen.

Leider habe ich das Buch nicht mehr, was mir seitdem aber an der Autorin gefiel ist ihr Schreibstil. Sie schreibt häufig in ihren Romanen in Form von Science Fiction Geschichten, setzt sich aber auch mit anderen aktuellen gesellschaftlichen Problemen sowie Umweltfragen auseinander.

In meinen Unterlagen steht, das die Kurzgeschichten ebenfalls eine Gesellschaftskritik waren- eine Antiutopia Gesellschaft. Die Frau ist aus der Öffentlichkeit verbannt, die totale Freiheit bringt hier das Chaos, eine Gesellschaft die trotz Veränderung nicht vorangekommen ist.

Margaret Atwood wird auch als Wortkünstlerin bezeichnet, und nicht immer ist sie leicht zu lesen. Ich finde es ist ein sich einlassen auf ihre Handlungen, erst beim mehrmaligen erschließen sich weitere Beweggründe für die Geschichten.

Aber auch in ihren Gedichten steckt sie Kritik und zeigt ihre Schreibgabe.

 

An einem reellen Punkt

Die alten Menschen steigen langsam den Hügel herab

Es ist ein windiger Hügel.

Ein Hügel von Verrat und Kieselsteinen

Und umgeknickten Füßen.

Einer hat einen Stock, der andere nicht

Ihre Kleidung ist seltsam

Abgetragen.

Schritt für Schritt gehen sie,

die ausgewaschenen Hängen hinunter

schlackernd wie Segel.

Sie wollen zum Meer gehen

Und sie erreichen es.

(Kann es sein das wir diese alte Menschen sein können?)

Sicherlich nicht

Nicht mit diesen Hüten.

 

Vielleicht waren wir vorher hier

zumindest sieht es vertraut aus

aber wir fühlen uns zu diesen Hügel hingezogen.

Fern, trostlos, alte Geschichten

Nichts außer Steinen.

 

Unten beim Schwimmbad

Sind zwei Plastikflaschen

Einige wenige winzige Weichtiere.

Eine Person pinkelt in die Ecke

Außerhalb der Ecke

Der andere nicht.

An dieser Stelle hatten wir einmal Sex

Mit den tobenden Wellen

Wie in einem Film.

 

Aber wir verweilen hier in unserer Kleidung

Reden über Steine

Wie kamen diese Formen zustande

Aus Vulkan- und Sandstein

Da ist auch ein Glimmer, der glänzt.

Das ist nicht traurig. Es ist hell und klar

Sieh wie schnell wir zurückklettern

Einer nach dem anderen zerkratzt.

 

 

Ein kleiner Auszug über Margaret Atwood:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/margaret-atwood-erhaelt-friedenspreis-des-deutschen-buchhandels-15059235.html

 http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-05/margaret-atwood-autorin-literatur

https://marg09.wordpress.com/

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/margaret-atwood/

https://twitter.com/MargaretAtwood

 

 

Nichiyo Sonntagsgedanken 25.06.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 25.06.2017

Lesenotiz

Oh la´lá !  Frankreich ist in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse

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240 Motive wurden für den Plakatwettbewerb eingereicht. Gewonnen hat das Plakat „Miao-Miaou“ von Annika Fried. Die Begründung der Jury ist das das Plakat auf charmante Weise die feinen Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Sprache thematisiert und dem Betrachter ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.

 

 

https://www.boersenblatt.net/artikel-willkommensplakate_fuer_den_ehrengast_frankreich.1343918.html

Als Gastland will Frankreich nicht das Land sondern die französische Sprache in den Mittelpunkt stellen. Geladen sind Autoren aus aller Welt, von Afrika über die Karibik bis nach Kanada.

Diskutiert sollen aktuelle Themen wie Rassismus, die islamistische Bedrohung oder die Probleme in der EU.

Die Liste der Autoren ist lang, es wird viele Neuübersetzungen geben. Doch welches Buch würde mir gefallen, denn französische Autoren sind nicht unbedingt meine Leselieblinge. Ich finde mich immer schwer in die Geschichten ein, habe kein Gefühl für die Handlung und meistens langweilen mich die Romane.

Was würde mich überzeugen können? Hier kann ich auch andere französischsprachige Autoren auswählen.

Zwei die ich mir ausgesucht habe sind:

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute lebt und arbeitet. „Das Spiel der Schwalben“ war ihre erste deutsche Veröffentlichung. Ich habe sie deswegen ausgewählt, weil wir im Fernkurs Elias Khoury gelesen haben. Und vom Thema her sind beide ungefähr gleich.

http://www.avant-verlag.de/comic/das_spiel_der_schwalben

Pénélope Bagieu ist für mich eine erfrischende Autorin.

https://www.carlsen.de/urheber/penelope-bagieu/31841

Ich bin gespannt, ob mich das dieses Jahr überzeugen kann, ob ich am Lesen bleibe. Es ist wie so oft, mit den Gastländern, nach einer gewissen Zeit ist das große Interesse erloschen.

Ich werde sicher das ein oder andere Buch mitnehmen, damit eine Erinnerung bleibt.

https://www.buchmesse.de/fbmsite/de/fbm/presse/pressemitteilungen/03167/

https://www.welt.de/kultur/article161820964/Frankreich-umgarnt-Deutschland-wie-noch-nie.html

http://www.fnp.de/nachrichten/kultur/Frankreich-reist-mit-ueber-130-Autoren-zur-Buchmesse-an;art46564,2678735

http://www.tagesspiegel.de/kultur/frankfurter-buchmesse-wie-sich-paris-auf-den-gastlandauftritt-vorbereitet/19318892.html

 

2014 ging der Literaturnobelpreis an den Franzosen Patrick Modiano. Er zählt zu den bedeutendsten französischen Schriftsteller der Gegenwart. Sein Werk, schmale Romane in einer klaren, sparsamen Sprache erscheinen in Deutschland im Hanser Verlag. Zuletzt u.a. erschienen:  Place de l`Etoile  (2010), „Im Cafe der verlorenen Jugend (2012) und „Der Horizont „ (2013)

http://www.hanser.de/suche/?tx_gss_pi1%5Bquery%5D=Patrick%20modiano&cHash=7e24b7a0d0a8dd135007a281c6f0fff6

 

 

 

Lyrikerinnen wären natürlich auch klasse. Da ich im Moment keine gefunden habe, weil ich auch kein französisch kann, möchte ich zum Abschluss das folgende Gedicht einfügen:

 

ich bin eine pünktliche Krabbe     ich bin ein Brief ohne Ereignis     mein Feld ist leer     rein     leergefegt vom geringsten Stern     ich habe die gerundete Masse des Auges mit Samt verschleiert     dieses Instrument wird nur noch seinen Staub unterscheiden können ich wage das Schweigen nicht     ich stelle nur flache Sätze entgegen, die wie die Scheiben sind, die der Regen abwäscht und ich finde Geschmack am Abend     ich habe Nachsicht für den frühen Morgen     niemals ist etwas zum Lesen in meiner Hand

während ich die Reiskörner auf einem Küchentisch zähle habe ich meine Heiligkeit sichergestellt     ein Leben der Vollkommenheit     betrachtet tausendmal dieselben Brunnen, wo sich das Wasser bricht

Von mir ab kasteit sich die Zeit     wie sagte ich es gibt noch einen Fluß, der für Kälte empfänglich ist wie eine Insel mit Seen und Eingeborenen

Jacques Roubaud übersetzt von Roland Erb

 

In diesem Sinne genießen wir den Sommer und freuen uns auf den Leseherbst.

Schreibwerkstatt

Schreibwerkstatt

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Eingetopft in der Enge

Dunkelheit umschließt meine Welt

Finsternis wandelnd in die Seele

Hinab in Wirrnisse und Ängste

Schreiend fallen

Worte

Leere

Nichts umhüllt mich

Außer der tropfende Topf

Klebrig und heiß

Bilder entstehen vor meinem inneren Auge

Das Zerwürfnis-der Hass- die Wut-die Zerstörung

Befreien möchte ich mich

Von dem Ding auf meinem Kopf

Herabreißen die Enge, die Freiheit spüren

Alles hinterlassen und Vergessen

Ein Gefühl des Vernichtens ergreift mich,

würgt die Kehle zu.

Wo ist der der mich rettet aus dem Eingetopftsein?

(wortsonate 15.06.2017)

 

 

Diese Zeilen entstanden aus dem obigen Bild.

Selbstporträts waren im Werk der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig immer ein wichtiges Genre. Vor allem in den 1990er Jahren sind viele ihrer Selbstbildnisse entstanden- manche darunter verstörend, andere wieder voller Humor, in noch anderen haben dann auch häufig Tiere Eingang gefunden.

Auf zahlreichen dieser Bilder fehlen die Augen beziehungsweise sind sie verdeckt oder ersetzt worden durch irgendeinen Gegenstand. Im vorliegenden Bild ist es ein Küchenutensil.

Wir sehen eine Frau mit einem Kochtopf auf dem Kopf. Eine Art Brei sickert ihr über Augen und Nase. Der Mund hat sie geöffnet, einige schief stehende Zähne werden sichtbar, Wangen und Hals sind eingefallen. Beschönigt wird hier nichts, das war noch nie Lassings Stil. Ob die Frau nur tief Luft holt oder ein gequälter Laut gerade den Rachenraum verlässt, man weiß es nicht. Die Akkuratesse, mit der sich der Wulst langsam über ihr Gesicht schiebt, erweckt den Eindruck, sie trage eine Augenbinde.

Lassnig hat als eine der ersten Malerinnen begonnen, die weibliche Rolle nicht nur in die Kunstwelt unter die Lupe zu nehmen. Diese Figur ist blind für die Dinge um sie herum, weil ich von außen etwas übergestülpt wurde. Keine Hand streckt sich aus, den Topf herunterzureißen. Wie ein tragischer Clown, steht sie vor der Welt. Gemalt hat Lassnig dieses Selbstporträt nach eigener Aussage, als sie kreuzunglücklich war über den Verriss eines männlichen Kritikers. Mit der letzten Träne habe sie den letzten Pinselstrich gesetzt.

(Quelle: HörZu)

 

http://www.zeit.de/kultur/kunst/2014-05/maria-lassnig-nachruf

http://www.artnet.de/künstler/maria-lassnig/

https://www.youtube.com/watch?v=ucgovs7VPmk

 

Nichiyo Sonntagsgedanken 18.06.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 18.06.2017

Die erste Woche Nachtschicht war eine Herausforderung. Das hat mich komplett umgedreht.

Zwei Texte sind geschrieben, liegen in der Überarbeitung, sodass ich heute auf das von buchpost vorgestellte Kopfkissenbuch eingehen möchte.

 

Kurzinfo zum Buch:

Ein Bündel edlen Papiers diente der Hofdame Sei Shonagon als Notizbuch, in das sie schrieb, was man sonst nur seinem Kissen anvertrauen würde: ihre vom Augenblick inspirierten Gedanken, ihre Stimmungen und Erlebnisse. So entstand ein heute ebenso faszinierendes wie anmutiges Skizzenheft über das Leben am japanischen Hof um das Jahr 1000. Das Makura no Sôshi, «Das Skizzenbuch unterm Kopfkissen», stammt aus der späten Heian-Zeit (898–1186), in der die japanische Literatur nicht zuletzt dank der Hofdame Sei Shonagon einen bemerkenswerten Aufschwung nahm. Aus einer literarisch und wissenschaftlich hochbegabten Familie stammend – ihr Vater war ein damals bekannter Dichter –, trat sie in ihrem sechsundzwanzigsten Lebensjahr in den Dienst der Kaiserin Sadako und verbrachte ein Jahrzehnt bis zu deren Tod im Hofdienst. Sei Shonagons Beobachtungen zu Natur und Menschen überraschen durch gleichermaßen vorurteilsfreie Originalität wie große Belesenheit. Mit ihren lebendigen, ungezwungenen Improvisationen voller Witz und Scharfsinn schuf sie die literarische Gattung zuihitsu, und zeichnete «dem Pinsel folgend» all das auf, was ihr im Augenblick bemerkenswert erschien. In Japan ahmten Dichter, Schriftsteller und Priester sie nach, ohne jedoch jemals wieder die Ursprünglichkeit und Feinheit ihres Vorbildes zu erreichen.

 

https://www.amazon.de/Das-Kopfkissenbuch-einer-Hofdame-Shonagon/dp/3717513648

http://japanliteratur.net/das-kopfkissenbuch-einer-hofdame/

http://universal_lexikon.deacademic.com/248647/Heian-Zeit%3A_Die_Epoche_der_klassischen_Literatur

 

In die gleiche Zeit fällt die Dichterin Izumi Shikubu

 

Auch der Wind

Auch wenn der Wind

Dabei fürchterlich bläst

Ferner das Mondlicht durchschimmert

Zwischen dem Flachdach

über dem zerfallenen Haus

 

Die Heian-Ära japanische Dichterin Izumi Shikubu lebte im späten 10th Jahrhundert und frühen 11.Jahrhundert. Sie heiratete zweimal und war die Liebhaberin beider Prinzen Tametaka und Prinz Atsumichi, Tametakas Bruder. Ihre Gedichte und Korrespondenz, waren Teil der traditionellen höfischen Liebeslyrik, die häufig mit erotischer und romantischer Sehnsucht mit traditioneller buddhistischer Anschauung kombiniert wurde.

 

 

Zu guter Letzt werde ich in den nächsten Tagen eigene Texte vorstellen. Ich hoffe dass ich mit dem Drei-Schicht-System einen Rhythmus finde, der das Schreiben nicht unterbricht.

Nichiyo Sonntagsgedanken 11.06.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 11.06.2017

Zeit rasend, leere Blattzeilen, die Woche einfach vorbei. Maiprojekt aus den Augen verloren.

Eine News war lesenswert.

Der E-Book Anbieter Media-Do will ein besseres intelligenteres Übersetzungssystem für englische Bücher anbieten.

Das bedeutet auch dass sie mit zwei Start-up aus Tokio zusammenarbeiten wollen, damit das englische und japanische Vokabular anwächst.

Bis 2018 soll das Projekt wachsen, in der Hoffnung dass mehr internationale Leser sich für japanische Bücher interessieren.

https://publishingperspectives.com/2017/06/japans-automated-translation-to-english/

Aber ich denke das alleine macht es nicht aus.

Literatur ist vielfältig, von verschiedenen Kulturen beeinflusst.

Vor zirka drei Jahren nahm ich an einem Fernkurs für Literatur teil. Das Thema war „In die Ferne lesen“. Schwer gefallen ist mir die arabische Raum, irgendwie fand ich keinen Draht zu den Autoren. Lateinamerika war so komplex geschrieben, das ich enttäuscht davon war. Die Kürzestgeschichten die nur am Rande erwähnt wurden, wären interessant für mich gewesen.

Letztendlich habe ich mich für Japan entschieden. Woraus der Blog entstand. Das fesselte mich, weil die japanische Literatur eine Bandbreite aufzeigt, die viel Entdeckungsraum lässt.

Vor allem die Autorinnen mit ihrer Tiefe, sind für mich lesenswert.

Dazu gehört Hiromi Kawakami mit ihren Feinanalysen. Sie lässt ihre Geschichten gerne ins Phantastische gleiten, verzichtet aber auf Anleihen bei der Genre-Literatur. Gewaltszenen wird der Leser bei ihr vergeblich suchen, sie schreibt mit sanfter Feder.

 

Litprom stellte auf ihren Literaturtagen 2016 die Frage „Was ist Weltliteratur?“

In einem Gespräch erläuterte Chamoiseau, das er behutsam mit dem Begriff umgeht.

Es stimmt, dass man lange Zeit die Literaturen und Schriftsteller nach Nation und Sprache ordnen konnte. Dann hat sich die Welt globalisiert und die Nationen, Heimaten, Kulturen und Zivilisationen begannen, einander zu durchdringen.

Wenn ein Individuum heute geboren wird, dann hat es alle Möglichkeit, die Musik zu mögen, dies im Internet hört, Leute treffen, die anderswoher kommen, eine besondere Liebe für dieses oder jenes Land zu empfinden, sich sein Heimatland und seine Sprache auszusuchen. Dieses Flüssigsein der Welt ist wichtig.“

 

„In der Muttersprache sind die Wörter den Menschen angeheftet, so dass man selten spielerische Freude an der Sprache empfinden kann. Dort klammern sich die Gedanken so fest an die Worte, dass weder die ersteren noch die letzteren frei fliegen können. In einer Fremdsprache hat man aber so etwas wie einen Heftklammerentferner. Er entfernt alles, was sich aneinanderheftet und sich festklammert.“

Yoko Tawada

 

Aber verschiebt sich nicht auch unser Blick auf die Literatur? Gerade diese Vielfalt, erschlägt mich manchmal. Meine Leseliste wird immer länger, und wenn ich am Ende des Jahres auswerte, dann ist noch nicht alles gelesen.

Es verändert ebenso das Kaufverhalten. Im Newsletter des Börsenverein wurde die Frage erörtert: „ Wie soll die Youtube Generation in die Buchhandlung gelockt werden?“

https://www.boersenblatt.net/artikel-die_sonntagsfrage.1321117.html?nl=newsletter20170604&nla=artikel1321117&etcc_newsletter=1

Ich denke vieles wird sich noch ändern, und wir werden mit neuen Trends umworben. Eins bleibt bestehen, die Zeit. Ich habe immer ein begrenztes Zeitfenster, indem ich lesen und schreiben kann. 24 Std Nonstop wäre ein Traum.

 

Werke sind Werke. Die Wörter die wir hören

Können verändern oder erziehen

Eine mächtige Aussage. Die Wörter die wir lesen

Können ein geistiges Werk sein

Übertreffen das ein oder andere irdische

So viel die himmlische Sonne

Übersteigt sie ein Freudenfeuer, das uns aus der Fassung bringt

Ein Licht auf einige Raritäten wirft,

ändern sie manchmal die Farbe im Zeitverlauf.

Bedeutungsschwere kluge Redenswendungen

Beeinflussen die kommenden Generationen

Ein Lied in seiner Wirkung

Kann vielleicht

Zauberhafter sein als Thermoplyen

Und viele Laien überfliegen es wie Schuljungen

Eine vornehmere Leistung wie Inkermann

William Charles Wentworth

Schreibwerkstatt

Schreibwerkstatt

Die letzten abc etueden waren kleine Herausforderungen, sodass ich kaum hinterher kam. Darum jetzt Nachträge, weil so schnell konnten meine Gedanken nicht purzeln.

 

 

Einst wogte der Klee hinterm Haus

Wir pflückten die Pusteblumen

Und pusteten sie leer.

Glückvolle Kindstage

Im Geruch von Heu und Käse

Omas Lädle

Immer gab es ein Stück

Abgehobelt mit einem rostenden Käsehobel

Lachen erfüllte die alte Kate.

Wir gingen fort, die Erinnerungen schwanden.

Da steht es nun:

„Versteigerungsobjekt.“

 

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Dem Meer verbunden,

wellengleich dem Leben

der Mensch weitblickend

spielend als Kinde am Strand.

(abc.etueden 19.17)

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Lauernd beobachtete Franz den Kramerladen. Er war mal wieder pleite. Sein Kumpel hatte ihm den Tipp gegeben, das die schrumpelige Erna einfach zu überrumpeln sein. Easy, lohnenswert. Franz biss sich auf die Lippe, seit zwei Tagen lauerte er auf den Moment. Soll er, soll er nicht? Sein Kumpel hätte sich amüsiert über so viel Schiß.

(abc-etueden 22.17)

 

Serviert zu den ausgefallenen Wörter, weiße Erdbeeren:

 

 

 

 

 

Nichiyo Sonntagsgedanken 04.06.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 04.06.2017

Schreibwerkstatt

 

 Wörter

Mutter spricht als ob sie singen würde

Diese alten Geschichten schmelzen die Eisschicht unserer Schatzkiste

Das Meer schwillt in der unteren Region durch die Winterschmelze an

Mit einem leisen Geräusch läuten sie die goldenen Träume ein

Und zahllos untertauchendes Gemurmel

Täuschung und Verderben gleichfallende Blätter, werden die Straße blockieren

Es wird kein Morgen mehr geben die Menschen sind einfach müde

Aus der Ferne ein stürmischer Wind

Herabgewürdigt den Schnee auskühlend

Und dadurch, hier

Nur die betrogenen Wörter

Warten auf den Höhepunkt, unbekannter Stunde.

 

 

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Wie Märchen

Schon in meiner Jugendzeit träumte ich viel, sobald ich aufwachte, erfasste ich sie vorsichtig und legte sie beiseite während ich mein Gesicht wusch und mein Haar kämmte, so dass ich in den Illusionen bleiben konnte. Überall erzählte ich Geschichten, die ich geträumt hatte und meine Freunde lachten und sagten das hast du schon mal erzählt.

Ich erinnere mich das ich zur Schule ging, während ein neuer Traum, über eine schneebedeckte Straße mit einem einzigen Fußabdruck, über mich kam. Es schien dass ich jede Nacht träumte.

Währenddessen in der Wirklichkeit meine dumpfen Gefühle hochkamen, kehren sie in meine Träume ein- in verschiedenen Varianten. Es ist seltsam wie Farben lebendig werden können. Einige Träume waren sepiafarben wie alte Bilder, in anderen Träumen war das Meer grün. Manchmal wenn ich meine Augen in der Nacht geschlossen habe, wünsche ich mir das Dinge- aus früheren Träumen fortfahren, mehr Musik hören oder nach Europa gehen. In diesen Kindheitstagen als Träume wichtig waren, ist mein jetziges Leben ein ständiger Verlust, und Kleinigkeiten machen mich traurig.

Aus diesem Grund, gerade wenn die meisten Menschen schlafen gehen, wacht mein Herz auf und Träume erscheinen- es scheint das ich verliebt war und Spiele dieser Art, auf natürlicher Weise. Und ich alleine lebe, lache und fantasiere innerhalb dieser Wunschträume, versuche zu verhindern einen einzelnen herauszugreifen.

Ich gehe meinen Weg am Tag durch einen Nebel, aber wenn der Abend kommt. Dann überfluten mich wundervolle Dinge und füllen meinen leeren Kopf.

In meinen Träumen altert der Tod niemals, zerbrochene Gegenstände werfen Schatten, und da sind zu keiner Zeit Lücken. Es ist eine herrliche Sache dass sich alles bewegt.

Kommt der Morgen, scheint es dass sich all die Dinge verflüchtigt haben.

Inzwischen träume ich nicht mehr viel. Es ist nicht weil ich müde bin, sondern weil ich kaum noch Freunde habe, die zuhören und auch weil all meine Träume sich verändert haben.

 

(aus the collected poems of Chika Sagawa; übersetzt wortsonate)

 

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Träume

Zerschmelzen

In Wind und Feder

Verweht in den Tiefen des Schlafes

(wortsonate)