Die Lebensfreude ist nicht erloschen

Die Lebensfreude ist nicht erloschen

Ruhrköpfe gab mir mit ihrem Artikel den Anstoß etwas zur Trauer niederzuschreiben. Bisher habe ich diese Erfahrung nicht in Worte gefasst. Aber ich finde den Gedanken, den Silke heute in ihrem Blog veröffentlichte, und viele liebe Menschen unterstützt haben, doch wert hier niederzuschreiben.

 

Eine gute Bekannte erkrankte an Knochenkrebs.

„Sie haben noch drei Jahre.“

Das war die erste Diagnose, daraus wurden sechs Jahre.

Geschieden, Sozialhilfeempfänger, kein Geld- wir haben für sie gekämpft das sie wenigstens eine Sozialwohnung mit Badezimmer bekam.

Jeder Tag war eine Mühsal. Schmerzen, Morphium, Müdigkeit.

Aber eins ließ sie sich nicht nehmen: Ihre Lebensfreude.

Wir gestalteten ihre Tage mit Musizieren, Vorlesen oder einfach nur Dasein.

Als sie ins Krankenhaus kam und in einen Dämmerzustand fiel, war ihr letzter Wunsch eine fröhliche Beerdigung.

Das ist uns dann gelungen, indem wir zusammengelegt haben.

Was als Erinnerung geblieben ist: Die Freude über jeden Tag, die Fröhlichkeit, die nehme ich heute noch mit.

http://in-lauter-trauer.de/alle-reden-ueber-trauer-2017

 

 

Aus den Tagebuchaufzeichnungen von Chika Sagawa als sie im Krankenhaus lag

Ein Gefühl des Krankseins, monotone Tage an die ich mich nicht erinnere, wie sie vergangen sind. Im Bett liegend, in den Himmel starrend, wartend auf die Dinge die kommen und Dinge die ineinanderflossen, das mochte ich nicht. Eine der Wolken könnte Mussolinis Gesicht sein, das war lustig. Es scheint dass die Röntgenstrahlen mich ein bisschen ermüden. Mein Bruder kommt wenn die Lichter ausgemacht worden sind, sitzt am Bettrand, und wir reden leise damit die anderen schlafen können. Ich erzähle ihm dass ich Gurken vermisse, und frage nach Büchern. Heute las ich eine Sammlung von Hyakken. Ich entscheide dass mich die Schmerzen nicht unterkriegen. Ich trainiere meinen Willen, sodass die Medikamente nicht so stark wirken.

 

 

Ich kam, ich weiß nicht woher.

Ich bin, ich weiß nicht wer.

Ich leb, ich weiß nicht wie lang.

Ich sterb und weiß nicht wann.

Ich fahr, ich weiß nicht wohin,

Mich wunderts, dass ich fröhlich bin.

Martin von Biberach

Nichiyo Sonntagsgedanken 26.02.2017

Nichiyo Sonntagsgedanken 26.02.2017

Schreiben führt mich immer mehr zu Sachthemen. Ich mag das recherchieren, sich mit einem Thema auseinandersetzen. Ein gezielter Schreiblehrgang ist auf Dauer eine bessere Lösung als die Schreibwerkstatt.

Die Schreibwerkstatt wird zu Ende gehen, die Entscheidung fällt damit, ob die Teilnehmerzahl sich konstant halten lässt oder nicht. Klar, waren die Hausaufgaben nicht schwer, doch manchmal fehlte mir die Zeit sie zu schreiben oder die Idee.

Irgendwie ist es dieses Gefühl in eine Richtung zu gehen, zu wachsen. Das Frühlingserwachen wird sicherlich wieder Schreibkraft bringen.

In einer erhaltenen E-Mail stand die Schreibstimme entwickeln, das gefiel mir. Die Schreibstimme ist mein persönlicher Ausdruck in Texten. Sie entsteht durch Wortwahl und Grammatik, aber der Inhalt- meine Botschaft- ist dafür mindestens ebenso wichtig.

Alles ist eine Entwicklung die Ausdauer braucht.

http://www.literaturcafe.de/buchmesseblogger-sessions-17-in-leipzig-warum-es-keine-buchblogger-gibt/?pk_campaign=feed&pk_kwd=buchmesseblogger-sessions-17-in-leipzig-warum-es-keine-buchblogger-gibt

 

„Bleistift, Papier und Bücher sind das Schießpulver des Geistes.“

(Neil Postmann amerik. Medienkritiker)

 

 

300 Jahre Maria Merians Schmetterlinge

84sc2so

Vor genau 300 Jahren ist Maria Sibylla Merian (1647-1717) gestorben. Sie war eine außergewöhnliche Frau, die mit Konventionen gebrochen hat; eine der ersten Umweltaktivisten, Feministin. Scheidung nach zwanzig Jahren Ehe ( gegen den Willen ihres Mannes), danach fünf Jahre lang Mitglied einer radikalen protestantischen Sekte, später Forschungsarbeit im Dschungel von Surinam.

Bis heute ist sie durch ihre Beobachtungen und Darstellungen zur Metamorphose der Schmetterlinge bekannt. Ihre Bilder waren nicht nur wissenschaftlich bedeutsam, sie sind auch künstlerisch bemerkenswert: teils handgemalt, teils gedruckt und koloriert- unglaublich präzise und farbintensiv.

Ihr Leben erzählt Barbara Beuys in dem Buch „Maria Sibylla Merian“.

https://www.thalia.de/shop/home/rubrikartikel/ID45257990.html?ProvID=11000522

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/maria-sibylla-merian/

 

649gx2f

 

Die Kunst des japanischen Schmetterlings

Das wundervollste auf Erde sind Schmetterlinge. Wenn sie während des Frühlings oder Sommer in ihrer ganzen Schönheit fliegen ist beeindruckend. Ihre Anmut haben durch die Jahrhunderte Künstler inspiriert.

Ein Land indem die Schmetterling zu Hause sind ist Japan. Laut den Japaner hat er mehrere Bedeutungen: eine spirituelle, eine symbolische oder eine künstlerische.

Zuerst betrachten wir die spirituelle Bedeutung: Wenn die Raupen sich in Schmetterlinge verwandeln, und durch den Kreislauf der Geburt, Umwandlung und Tod gehen, glauben viele Japaner dass sie die Seele der Toten tragen oder die Seele des Todes darstellen. Und ebenso glauben viele Japaner, das wenn man einen Schmetterling folgt, es einem hilft ein Geheimnis im Leben oder ein Problem zu lösen, dass jemand verrückt macht.

Zweitens wird der Schmetterling als Symbol verliebter Mädchen gesehen, wie auch wenn ein Mädchen sich in eine junge Frau verwandelt, ebenso als Weiblichkeit allgemein gesehen. Desweiteren symbolisieren Schmetterlinge den Frühling und Hochzeiten. Schmetterlinge repräsentieren oft blau-äugige Liebhaber in japanischen Gedichten, und oft auch als tragische Liebhaber dessen Seele sich nach einem Selbstmord verwandelt hat.

Und schließlich sind Schmetterlinge beliebt bei den japanischen Künstler. Schmetterlinge finden sich als Motive auf Kimonos oder anderen Kleidungsstücken, auf Familienwappen (in Japan bekannt als `kamon`) in Bilder und ukiyo-e woodblock Druck.

f1dblhy

Sehr beliebt ist der Schmetterling als Objekt für Origami. Die früheste bekannte Referenz über ein Origami ist ein Gedicht, geschrieben von Ihara Saikaku 1680, welcher ein Traum über zwei Papierschmetterlinge beschreibt. In diesem Traum gibt er ihnen den Namen Mecho und Ocho.

Aus diesem Gedicht heraus bildete sich die Tradition von Mecho und Ocho. Mecho meint weiblich und ocho meint männlich im japanischen. Es werden zwei Origami Schmetterlinge, bei einer Hochzeitszeremonie, auf Sakeflaschen platziert.

Schmetterlingsorigami sind bis heute beliebt.

http://www.origami-resource-center.com/mecho-and-ocho.html

Auch waren die Schmetterlinge ein beliebtes Objekt für japanische Künstler durch die Jahrhunderte. Es gibt viele Zeichnungen die über tausend Jahre alt sind. Sie finden sich auf Siebdrucke, Bilder und mehr.

Traditionelle Zeichnungen sind u.a. von Maruyama Oko (1733-1795), der Gründer der Maruyama Schule der Künste.

In der Neuzeit sind Schmetterlingen in Mangas beliebt. Die meisten von ihnen werden als Zeichen vergänglicher Gedanken dargestellt. Am bekanntesten ist die anime Serie „Sailor Moon“ wo der Schmetterling das Symbol der Prinzessin Kakyua ist.

Schmetterlinge werden uns auch noch in Jahrhunderten faszinieren. Zum Abschluss ein Gedicht.

 

Tod eines Schmetterlings5edatx0

An einem späten Herbstabend mit wunderbaren Sonnenlicht

ging ich stramm voran als ich plötzlich stoppte

durch einen Schmetterling am Straßenrand, der mich einen Zahn zulegen ließ.

Zunächst dachte ich dass er sich ausruhte

aber als ich mich hinhockte und genauer hinschaute

sah ich dass er tot war.

 

Er musste gerade gestorben sein.

Seine langen Fühler flatterten noch in der Brise,

seine langen, schlanken Beine waren noch fest mit der Erde verbunden.

Seine dunklen Augen und bunten Flügel

spiegelten sich im Sonnenlicht in allen Schattierungen.

Ein toter Schmetterling ist wunderschön.

Selbst sein Tod ist wunderbar,

sieht mehr beherrscht aus als wenn er leben würde.

 

Der Tod eines Schmetterlings bringt den Geist zu herrlichen Wörter,

doch schöne Worte allein,

können seinen Tod nicht vollständig erklären.

Nicht aus Mitleid, aber irgendwie gedankenlos nahm ich ihn hoch.

Und platzierte in auf einen Rasen, wo stand `Betreten verboten`.

Mein zweiter Gedanke,

den ich dachte, das eine Beerdigung für den Schmetterling angemessen wäre.

 

Ich werde ihn niemals vergessen,

dort vor der ersten Kreuzung an der Ost-West-Straße,

unter einem Stahlturm mit Hochspannung.

(Tian Yuan)

 

Quelle:

http://hubpages.com/art/japanese-butterfly-art

Die Bilder sind im Schmetterlingshaus Hamm fotografiert worden.

Haruki Murakami Von Männern die keine Frauen haben

Haruki Murakami Von Männern die keine Frauen haben

Buchrezension

Heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das ich wegen seiner Kurzgeschichten mochte, bis auf eine.

In den sieben Geschichten bringt Haruki Murakami seine Stärke der Beobachtungsgabe ein. Alle Handlungen drehen sich um Männer, die auf irgendeine Weise alleine sind. Mit seinem trockenen Humor sollte der Leser die Erzählungen nicht immer ernst nehmen.

Ob es eine Anlehnung an Ernest Hemingway Kurzgeschichtensammlung „Men without Women ist nicht eindeutig zu beweisen. Es erschien 1927 gerade als Huraki Murakami seine Schriftstellerkarriere begann.

Fünf der Kurzgeschichten wurden schon vorher publiziert, wie im The NewYorker.

Folgen wir den Spuren der einzelnen Geschichten.

Drive my car

„Kafuku war schon mit vielen Frauen im Auto gefahren. Er unterteilte sie  grundsätzlich  in zwei Typen. Die einen fuhren ihm zu waghalsig, die anderen  zu vorsichtig….“

So beginnt eine Erzählung die nach einem Beatles Song benannt ist.

Schauspieler Kafuku braucht dringend einen Chauffeur. Als ihm seine Werkstatt eine junge Frau vorschlägt, ist Kafuku zunächst misstrauisch. Doch es zeigt das sie eine ausgezeichnete Fahrerin. Sie schaltete geschmeidig und ohne dass es je einen Ruck gab. Nur an ihrer Wortkargheit änderte sich nichts. Solange er sie nicht fragte, machte sie den Mund nicht auf, was Kafaku nicht im Geringsten störte. So bleibt es immer, ein Gespräch findet kaum statt.

Diese Geschichte hat mir am besten gefallen, sie hat das Potenzial das sich daraus mehr machen lässt. Zunächst scheint es das sich um das Autofahren dreht, doch im Laufe der Handlung erfahren wir viel aus dem Leben Kafaku. Der Erzählort bleibt das Auto, wo der Kafaku auch über sein Leben nachdenkt.

Die Figur der jungen Frau gefiel mir gut. Sie wird nicht als die Hübsche bezeichnet, sondern eher schroff.

In dieser Geschichte zeigt sich wie genau Haruki Marakmai Figuren beschrieben kann, das zieht sich durch das ganze Buch.

Das Ende ist offen, die Geheimnisse gelöst und ja, ich hätte gerne gewusst, wie sich die das Ganze weiterentwickelt.

Der persönliche Verlust sehe ich darin, das Kafaku seine Frau verloren hat.

Alle Geschichten sind bildhaft und wortreich in kurzen Sätzen. Das macht gerade diese Geschichte lesenswert.

 

Der zweiten Geschichte konnte ich noch folgen:

Yesterday

Auch in dieser Geschichte kehrt Haruki Murakami zu den Beatles zurück. Die Geschichte handelt von zwei Freunden, die grundverschieden sind. Der Erzähler Tanimura studiert Literatur, während Kitaru eine Prüfung nach der anderen wiederholt. Tanimura fragt sich, warum er es geschafft den Kansai Dialekt perfekt zu lernen, aber nicht für die Prüfungen. Warum seine Pläne nicht vorangehen.

Die Erzählung wird in der Ich-Form erzählt. In erster Linie dreht sich alles um den Song Yesterday, aber auch um Lebenspläne. Eine zweite Erzähllinie sind die Dialekte, der Ich-Erzähler hat seinen Dialekt abgelegt  hat, dagegen hat Kitaru einen extra angelegt.

Haruki Murakami dreht die zwei Figuren um, der eine der vom Land kommt, wird moderner Stadtmensch, der andere will zurück ins Landleben.

Am Ende macht die Geschichte einen Zeitsprung, wir erfahren was aus ihrem Leben geworden ist. Offen ist nur was aus Kitaru geworden.

Mit gefiel die Geschichte, weil sie auch zeigt, wie zwei anscheinend verschiedene Typen Freunde sind. Die ganze Erzählung lebt von den Gegensätzen.

„Haruki Murakami Von Männern die keine Frauen haben“ weiterlesen

Nichiyo Sonntagsgedanke 19.02.2017

Nichiyo Sonntagsgedanke 19.02.2017

Die Stunden rasen dahin, die Gedanken sie springen hin und her, kein Wort fand das Papier zu einer Geschichte.

Buchbesprechung ist fast fertig, an einer Kurzgeschichte hadere ich, wie sie zu verstehen ist.

Schreibwerkstatt habe ich bis Ostern erstmal eine kleine Pause eingelegt, weil alle zwei Wochen eine Geschichte liefern, ist mir im Moment zuviel Stress.

Ich brauche Zeit für meinen Schreibrhythmus, mal das, mal dieses, nichts längeres.

In Schreibwettbewerben ist in den nächsten Monaten nichts dabei, was mir eine Idee entlocken könnte.

In Asphaltspuren war das Thema Überraschung gewesen. Bei mehr Spielraum hätte ich sicherlich eine kleine Geschichte notiert.

Am Ende ist uns wohler, wenn wir nicht soviel von der Welt wollen und das, was Sie uns freiwillig gibt, als gelegentlich Funde betrachten. ( Gottfried Keller)

Vielleicht ist es einfach das Gefühl das das Schreiben wachsen möchte, doch wie, mit wem und wo.

Einer der sich im Alter von neunzehn Jahren das Zeichnen selbst beibrachte war

Jiro Taniguchi

 

Er starb im Alter von 69 Jahren im Februar in Tokio.

Angefangen hat er seine Karriere als Assistent von Kyúta Ishikawa. Nach sechs Jahren zog Taniguchi nach Tokio, wo 1972 sein erstes Werk Kareta heya erschien.

Seinen eigenen Stil entwickelte Taniguchi in den 1990er Jahren. Dieser zeichnet sich durch einfache Linien und Realitätsnähe aus. Die Ruhe, die sein Stil ausstrahlt, harmoniert makellos mit seine Erzählungen, welche durch Einfachheit und Idylle den Leser auf eine Odyssee in das eigene Ich tragen und die Wahrnehmung der Welt verändern.

 

bild-2-sonntag

Quelle: bleedingcool.com

Die Zeichnungen haben mich begeistert. Eine feiner Zeichenstil mit ruhiger Hand.

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/zum-tod-von-jiro-taniguchi-der-meister-der-stillen-mangas/19379664.html

http://www.scmp.com/news/asia/east-asia/article/2070169/jiro-taniguchi-japanese-manga-visionary-who-bridged-two-worlds

 

Zum Abschluss:

Japan ist Manga verrückt. Einige Berichterstatter schätzen dass die Japaner mehr Papier für Comics verbrauchen, als Toilettenpapier.

 

wtf-manga-toilet-paper-04

http://www.ufunk.net/en/gadgets/gadget-wtf-japonais-du-jour-le-papier-toilette-manga/

 

 

 

 

 

 

 

Nichiyo Sonntagsgedanke 12.02.2017

Nichiyo Sonntagsgedanke 12.02.2017

Eine gute Schreibwoche. Jeden Tag eine Stunde ein paar Worte notiert. Buchvorstellung geht voran.

Gefallen hat mir die News vom börsenblatt:

 Bücher bauen brücken

Unter diesem Motto bieten mehr als 50 Buchhandlungen in Nordrhein-Westfalen vom 18 bis zum 24.Mai Veranstaltungen an, die das jüdische Leben im Deutschland von heute beleuchten.

Zwar die ist die Webseite noch nicht an den Start, aber irgendwie falle ich im Moment ständig über jüdische Autoren. Generell fällt es mir schwer sich auf die Romane einzulassen, weil ich zu wenig über das jüdische Leben und der Religion weiß.

Ich meine Charles Reznikoff ging, aber ich kann mich an den Fernkurs „In die Ferne lesen, wo ein Reiseland Argentinien war. Da konnte ich nichts mit den jüdischen Autoren anfangen.

Die Frage die sich mir stellte, kenne ich überhaupt einen aktuellen jüdischen Autor? Nein, da kann ich mich an keinen Namen erinnern.

Eher bekannt ist mir Else Lasker-Schüler, die eine bedeutende deutsch jüdische Dichterin war. Sie gilt als hervorragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und Expressionismus und in der Literatur.

 

 

Es kommt der Abend . . . Es kommt der Abend und ich tauche in die Sterne, Daß ich den Weg zur Heimat im Gemüte nicht verlerne. Umflorte sich auch längst mein mich vertriebenes Land. Es ruhen unsere Herzen liebverwandt, Gepaart in einer Schale: Weiße Mandelkerne. . . . Ich weiß Du hältst wie früher meine Hand Verwunschen in der Ewigkeit der Ferne . . . Ach meine Seele rauschte, als dein Mund – es mir gestand.

 

 

Bleibt die Frage nach den gegenwärtigen Autoren. Das Thema ist umfangreicher als ich dachte.

Die Bezeichnung deutsch-jüdische Literatur ist umstritten. Unbestritten ist das jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts mit geprägt haben. Das gilt vor allem für die Lyriker Else Laske-Schüler, Nelly Sachs, Paul Celan. Bei den Erzählungen ragt u.a. Franz Kafka hervor, bei den Dramatiker George Trabi.

Doch heute?

Es gibt eine neue deutsch-jüdische Schriftstellergeneration, die nach der Shoah aufgewachsen ist. Vor allem sind es seit den 80er Jahren Lyriker präsent gewesen: Mirjam Pressler (geb, 1960), Robert Schindel (geb. 1944) oder Barbara Honigmann).

Der Kernpunkt in ihren Erzählungen und Romanen sind weniger religiöse Fragestellungen im engeren Sinne als vielmehr Schilderungen des Lebens als Jude bzw. Jüdin im deutschsprachigen Raum nach der Shoah, von der man selbst auch nur aus Zeugnissen, Filmen oder von anderen weiß.

Ich habe mir Barbara Honigmann etwas angeschaut.

Barbara Honigmann ist die Tochter deutsch-jüdischer Emigranten, die die Zeit des Nationalismus im britischen Exil überlebte und 1947 nach Berlin zurückkamen.

Sie wurde 1949 in Ost-Berlin geboren, arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit der Familie nach Straßburg, wo sie heute noch lebt.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Tradition und Geschichte ist ihr zentrales literarisches Thema.

In ihrem aktuellen Buch „ Chronik der Straße“ beschreibt ist sie ihr Leben in Straßburg. Ein triste Straße, die sie die Straße des Anfangs nennt, im zweithässlichsten Haus der baumlosen Rue Edel. Ein buntes Menschengemisch, aber vor allem Juden und Muslime.

Und was soll ich sagen, ich bin neugierig geworden auf das Buch.

Quellen:

https://www.dhm.de/lemo/biografie/biografie-else-lasker-schueler.html

http://wortwuchs.net/lebenslauf/else-lasker-schueler/

https://www.boersenblatt.net/artikel-buecher_bauen_bruecken__aktionswoche_in_nrw.1282456.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Honigmann

http://www.fr-online.de/literatur/barbara-honigmann–chronik-meiner-strasse–im-rhythmus-der-konflikte,1472266,30623678.html

http://www.zeit.de/2015/31/chronik-meiner-strasse-essay-barbara-honigmann-strassburg

 

 Gedankensprung

Valentinstag in Japan

In Japan wird der Valentinstag in einer besonderen Art gefeiert. Die Frauen schenken den Männern etwas. Es ist eine lange Tradition dass die Frauen ihren Männern Schokolade zum Valentinstag schenken. Es gibt zwei Arten von Schokolade: „Giri-choco“ (Pflichtschokolade)  und „Hon mei-choco“. Girochoco ist bestimmt für Freunde, Kollegen, Chefs und vertrauten männlichen Freunde. „Giri“ meint eine Verpflichtung ohne romantische Gefühlen. Dagegen wird Honmei-choco einem Freund, Liebhaber oder Ehemann geschenkt Oft stellen die Frauen sie selber her, weil sie glauben das es sonst keine wirkliche Liebe ist.

Jedoch gibt es in großen Geschäften ab Mitte Januar viele Aufsteller mit Schokolade in Herzform.

Einzigartig ist dagegen der „White Day“, welcher am 14. März stattfindet, genau einen Monat nach dem Valentinstag. Die Männer revanchieren sich für den Valentinstag.

http://us.jnto.go.jp/blog/valentines-day-white-day-in-japan/

 

Was verbindet Chika Sagawa mit Charles Reznikoff?

Was verbindet Chika Sagawa mit Charles Reznikoff?

Lange habe ich nach einer Verbindung gesucht, warum Chika Sagawa die Arbeiten von Charles Reznikoff in ihre Arbeiten einflocht oder verwendete. Ich habe zwei Gemeinsamkeiten gefunden: der nüchterne Sprachstil der trotzdem viele Botschaften enthält und Haikus.

Charles Reznikoff war einer der schwer fassbaren Dichter Amerikas, der in seinem Leben keinen weiten Weg zurückgelegt hat. Zwischen Brooklyn, wo er 1894 geboren wurde, und Manhattan wo er 1976 starb.

Er wuchs in einer jüdischen Nachbarschaft auf, und war der Sohn der Immigranten Sarah Yetta Reznikoff und Nathan Reznikoff, die vor dem Russischen Zarenreich und den Pogromen geflohen sind. Sein hebräischer Name war Ezekiel, genannt nach seinem Großvater.

Daraus entstand sein erster Roman „By the Waters“. Teils Familiensaga, teils Bildungsroman teils, unerwiderte Liebe folgte der Roman einer jüdischen Familie die von Russland Elizavetgrad nach Brownswille Brookville um die 19. Jahrhundert auswandert. Der Roman in der ersten Hälfte ist seiner Mutter gewidmet.

 

Was suchst du in unserer Straße, mitten unter den Autos,

Pferd?

Wie geht es deinen Cousins, dem Zentaur und dem Einhorn?

 

Neben einem abgebrochenen Journalismus-Studium an der Universität Missouri, und der zweijährigen Assistenzzeit, die er beim Produzenten Albert Lewin in Hollywood absolvierte, hat er New York nie für längere Zeit verlassen.

New York- das war sein Leben, das er auf seinen täglichen Spaziergängen beobachtete.

„Was verbindet Chika Sagawa mit Charles Reznikoff?“ weiterlesen

Nichiyo Sonntagsgedanke 05.02.2017

Nichiyo Sonntagsgedanke 05.02.2017

regenbogenfisch-japan

25 Jahre Regenbogenfisch

Wer kennt ihn nicht- den Regenbogenfisch mit seinen Geschichten rund um Streit und Versöhnung, Teilen und Toleranz. Ich kann mich jedenfalls daran erinnern. Über 30 Millionen Bücher wurden verkauft, erschienen sind sie in mehr als 50 Sprachen.

Zum Jubiläum erscheinen eine limitierte Ausgabe sowie eine eigene Webseite:

http://regenbogenfisch.com/

 

Hinter der Erfolgsgeschichte steckt Marcus Pfister. Geboren wurde er 1960 in Bern. Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet und in duzende Sprachen übersetzt. Er lebt auch heute mit seiner Familie in der Hauptstadt, in seinem Atelier, mit eindrucksvollen Blick über die Berner Altstadt, kreiert er immer wieder neue Figuren und Geschichten.

http://www.marcuspfister.ch/home%20marcus%20pfister.htm

https://www.youtube.com/watch?v=uhNOFWHBe9E

https://www.spielsachen.de/article-show/Spielsachen/Artikel/Detail/Artikel/der-regenbogenfisch-feiert-2017-seinen-25-geburtstag.html

 

Aber mit Fisch lässt sich nicht nur eine Geschichte erzählen, er kann auch eine andere Form der Kunst sein.

 

Die traditionelle japanische Kunst der Fischmalerei mit echten Fischen

Wenn keine Kameras mehr die Fangtrophäen der Fischer aufzeichnen, kehren sie zurück, zu einer einzigartigen Malerei- dem Gyotaka. Gyo meint Fisch und Taku meint Eindruck, mit dieser Technik wird der genaue Eindruck eines gefangenen Fisches aufgezeichnet.

fisch

Vor hundert Jahren zeichneten japanische Fischer auf was sie auf dem Meer sahen. Sie rieben den gefangenen Fisch mit schadstofffreier Tusche ab und zeichneten ihn genau auf das Reispapier. Die meisten Fische wurden dann gereinigt und auf den Märkten verkauft, aber einige wurden wieder ins Meer geworfen. Mitte des 18 Jahrhunderts begannen die Fischer mehr Details aufzuzeichnen, sodass sich daraus eine einzigartige Kunstform entwickelte.

Während der Edo Phase blühte die Kunst auf, unter dem Patronat des bekannten adligen Lord Sakai. Fischer brachten ihm ihre Gyotaku Zeichnungen und er war beeindruckt. Er heuerte einige von ihnen an um seine Fänge aufzuzeichnen. Sein Palast war gefüllt davon, nach dieser Zeit verblasste die Bekanntheit des Gytoka.

Heute jedoch wird Form wiederentdeckt, moderne Künstler probieren Verschiedenes aus und formen ihren eigenen Gyotaku Techniken. Sie fangen an den Fisch zu reinigen und ihn für das Zeichnen vorzubereiten. Wenn er getrocknet ist, pinnen sie die Flossen auf ein Brett und nutzen eine der zwei Methoden. In der direkten Methode, wird die Tusche direkt auf den Fisch gepinselt und das Reispapier feucht darauf gepresst. In der indirekten Methode wird das Papier mit Reispaste auf den Fisch geklebt. Dann wird mit einem in Seide gewickelter Wattebausch auf das Papier gespritzt. Das Papier wieder abzuziehen ohne das es reißt, ist etwas trickreich, nicht viele Künstler beherrschen diese Technik.

Ungeachtet davon, welche Methode der Künstler verwendet, keine der zwei Zeichnungen sind identisch.

http://www.odditycentral.com/pics/gyotaku-the-traditional-japanese-art-of-painting-fish-with-actual-fish.html