Eigene Geschichten bleiben im Moment in einem Ruhemodus. Mir fehlt die kreative Zeit um Ideen zu spinnen. Das bedeutet auch dass die Geschichte um Rosa in einem Grundgerüst geblieben ist, und schläft.

Lesen geht langsam voran, darum eine kleine Vorschau für den November. Warum? Ich mag Doris Dörrie als Autorin.

Literaturfest München 15.November-3. Dezember

Doris Dörrie kuratiert das forum:autoren

https://www.boersenblatt.net/artikel-literaturfest_muenchen_2017.1279149.html?nl=newsletter20170120&nla=artikel1279149&etcc_newsletter=1

 

Vor einiger Zeit las ich von ihr „Alles inklusive“, den es auch als Filmkomödie gibt.

Ein Sommer in Spanien, nach dem nichts mehr so sein kann, wie es war. Vier äußerst unterschiedliche Menschen, alle auf der Suche nach Sonnenseite des Lebens. Aber kann man das Glück buchen wie einen Urlaub, alles inklusive?

Ein herzzerreißend komischer Roman über Mütter und Töchter, über Zumutungen der Liebe und das Glück der Freundschaft, und über unsere ewige Sehnsucht nach dem Süden.

Der Zeitrahmen beginnt in den siebziger Jahren, ein junges Mädchen haust dort mit seiner Hippie-Mutter im Zelt, die Mutter hat ein Techtelmechtel mit einem verheirateten Mann. Ihre Tochter Apple versteht nicht immer den mütterlichen Lebenswandel. Und das hat fatale Folgen für alle Beteiligten, die auch dreißig Jahre später noch nicht ausgestanden sind, als alle sich noch einmal dort wiederfinden.

Eine Geschichte über Beziehungen, Missverständnisse und Dramen. Über Kinder, die ihre Eltern nicht verstehen. Und umgekehrt.

Leseprobe:

„Über den Fernseher hängt die Gitarre an die Wand. Sie nimmt sie herunter, zupft ein paar Fetzen bayerischer Volkslieder. Niemals würde sie zu Hause die Gitarren der Männer anrühren, die wie Frauen liebkost werden und launisch sind und meist nur spät in der Nach gespielt werden.“

Das Buch ist so aufgebaut, das in jedem Kapitel die jeweilige Hauptfigur aus ihrer Sichtweise erzählt. Apple erzählt von früher aus der Ich-Perspektive, die späterem Jahre aus einer personalen Perspektive.

Der Leser ist am Anfang etwas verwirrt, doch wenn er sich eingelesen hat, dann ist es ein reizvolles Verfahren. Ich fand gerade das diese Geschichte in der Geschichte einen besonderen Reiz ausmachen. Die wiederholten Perspektivenwechsel machen eine Identifikation mit einer Person so gut wie unmöglich und am Ende nicht wünschenswert. Jede Figur entwickelt sich in den ca. dreißig Jahren auf ganz unterschiedliche Weise.

Für manche scheint es eine leichte Komödie zu sein, doch die leisen Zwischentöne machen die Geschichte liebenswert. Es ist eine kurzweilige Lektüre, die sich gut an einem Wochenende lesen lässt. Vor allem mochte ich an dieser Geschichte wieder den Humor den Doris Dörrie einbringt.

Ihr Schreibstil regt mich zum eigenen Schreiben an. Neben den Humor, der brillanten Beobachtungsgabe zeichnen sich ihre Romane eine klare Sprache aus.

Doris Dörrie zeigt mir wie sich Geschichten finden lassen, wie der Alltag eine Bühne für Handlungen bietet.

http://www.planet-interview.de/interviews/doris-doerrie/43697/

 

Buchangabe:

Doris Dörrie „Alles inklusive“

Diogenes Verlag, erschienen 2012,ISBN 978-3-257-241938, Taschenbuch, 249 Seiten

https://www.youtube.com/watch?v=PGlgRUDW3fM

 

Und zum Schluss:

Tokyo Photo des Monats Januar 2017

http://www.tokyoweekender.com/2017/01/tokyo-photos-of-the-month-january-2017/

 

Zitat:

„Na,ja jeder hat seine eigenen Methoden, Erlebnisse zu verarbeiten. Der Mensch durchlebt jeden Tag ein ganzes Spektrum von Gefühlen. Er regt sich über irgendetwas auf, benimmt sich vielleicht auch komisch. Guckt man aber genauer hin, ist eigentlich alles in Ordnung. Ich denke, äußerlich erscheinen Menschen mal so oder so. Aber tief im Innern, da muss es einen festen Kern geben. Dessen sind wir uns kaum bewusst. Ein starker Mensch ist nicht immer stark.“

-Ihre Nacht- Banana Yoshimoto

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