Nichiyo Sonntagsgedanke 27.11.2016

Nichiyo Sonntagsgedanke 27.11.2016

Ein Woche des Forschens, Suchen und Schreiben ist beendet.

Neben dem Gedicht von Charles Reznikoff, habe ich eine Arbeit gefunden, die neben Chika Sagawa auch zwei andere Dichterinnen enthält. Und was soll ich sagen, um Haikus werde ich nicht Drumherum kommen, weil diese oft in den Gedichten einfließen.

Viel Arbeit für die nächsten Wochen und meine Leseliste gärt vor sich hin.

Darüber habe ich mich gefreut, weil ich finde das der Klatschmohn wirklich weniger geworden ist. Jedenfalls in unserer Region habe ich dieses Jahr kaum eine Blüte gesehen

klatschmohnKlatschmohn ist die Blume des Jahres 2017

Der Klatschmohn verschwindet von den Äckern. Immer seltener sind seine zarten blutroten Blüten zwischen den Getreidehalmen zu entdecken. Mit der alljährlichen Kür mit der Blume des Jahres will die Loki-Schmidt Stiftung auf bedrohte Lebensräume aufmerksam machen und für mehr Naturschutz.

Ursprünglich ist der Klatschmohn bei uns nicht heimisch. Seine Herkunft wird in Nordafrika und Eurasien vermutet, wo sich der Ackerbau zuallererst entwickelt hat. In der Jungsteinzeit kam die Pflanze dann mit dem Getreide nach Europa.

Grund für die Bedrohung vieler Ackerwildpflanzen ist laut der Stiftung die intensive Landwirtschaft, die viel Technik und Spritzmittel umsetzt.

www.nabu.de/news/2016/11/21440.html

www.mellifera.de/blog/nbl-blog/klatschmohn-blume-des-jahres-2017.html

www.loki-schmidt-stiftung.de/stiftung/aktuelles

 

kerze   Zum ersten Advent:

Unmerklich reiht sich Tag an Tag.

So bist du entstanden, Vergangenheit.

(Yosa Buson, 1715-1783 japanischer Dichter)

 

 

 

 

Nichiyo Sonntagsgedanken 20.11.2016

Nichiyo Sonntagsgedanken 20.11.2016

 

Ilse Aichinger- Zuleben ist nicht wichtig

Ein Nachwort nach ein paar Tagen? Der Gedanke kam mir als ich in der örtlichen Zeitung einen Artikel über Ilse Aichinger las. Zudem passt es etwas weiter gefasst zu Chika Sagawa, die sich in ihren Gedichten u.a mit Charles Reznikoff beschäftigt hatte. Er war ein US-amerikanischer Poet und der Sohn jüdisch-russischer Einwanderer. Zeit seines Lebens hat Reznikoff eine zurückgenommene, gewissermaßen in der Anonymität verwurzelte Existenz einer Karriere vorgezogen.

 

Sie sahen meinen Großvater-

Einen kleinen, gebrechlichen Juden mit einem kurzen,

grauen Bärtchen, vom kalten Wind zersaust

 

 

Ein kurzes Porträt über eine Autorin, über die es so viel zu erzählen gibt:

Ilse Aichinger war eine österreichische Schriftstellerin und gilt als die bedeutendste Repräsentantin der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. In ihren Werken rief sie zur Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen auf und sprach sich gegen falsche Harmonie und Geschichtsvergessenheit aus.

Diese Vergessenheit erinnert mich an Irmgard Keun, die nach dem Krieg nicht mehr richtig Fuß fasste und dieses Schweigen nach dem Krieg nicht verstehen konnte.

Ilse Aichinger gehörte ab 1951 zur „Gruppe 47“, die sich zur gegenseitigen Kritik der vorgelesenen Texte trafen und der Förderung junger, unbekannter Autoren. Der in demokratischer Abstimmung ermittelte Preis der Gruppe 47 erwies sich für viele Ausgezeichnete als Beginn ihrer literarischen Karriere.

Für ihre Gedichte, Erzählungen und Hörspiele wie „Knöpfe“ wurde sie mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Immer wieder musste sie über die politischen Erfahrungen ihrer Kindheit und der Jugend  erzählen.

 

Es ist eine Kunst des Verschwindens, die Ilse Aichinger aus dem Schrecken der Geschichte gemacht hat. In Wien musste die Autorin im Jahre 1942 mitansehen, wie ihre Großmutter und andere Angehörige deportiert wurden. Ihre Zwillingsschwester Helga hat es mit einem der letzten Hilfstransporte nach England geschafft. Ilse aber und ihre Mutter überlebten, sich klein machend, in der Stadt. Geschützt wurden die beiden lediglich von einer absurden Widersprüchlichkeit in der nationalsozialistischen Gesetzgebung. Die Verantwortlichkeit einer Alleinerzieherin für ihr Kind wurde dabei vor die Bestimmungen der Rassengesetze gestellt. In geduckter Haltung verharrten die beiden jahrelang. Unter der ständigen Bedrohung, dass es sie jederzeit treffen könnte. (zeit.de)

 

 

Nein, sie habe den Krieg als ihre glücklichste Zeit erlebt. Die Hoffnung habe da noch gelebt, das böse Erwachen sei ernst später gekommen. Ihr Leben nach dem Krieg war von Schicksalsschlägen und Verlusten geprägt. Immer mehr zog sie sich mit der Zeit von Welt ab. Ihre Texte wurden im Laufe der Zeit immer kürzer. Die Wartezeiten bis zum nächsten länger. Ihre eigenwillige, geheimnisvolle verrätselte Sprache verband Ilse Aichinger mit analytischer Beobachtung und poetischer Kraft offen oder in schonungslosen Metaphern. Resultierte daraus ihre Todessehnsucht?

 

Ich habe es immer als eine Zumutung empfunden, dass man nicht gefragt wird, ob man auf die Welt kommen will. Ich hätte es bestimmte abgelehnt.

Ihre Literatur ist Widerstand. Gegen Unrecht, Gewalt, Verlogenheit, auch in Zeiten scheinbaren Frieden, auch in uns selbst.

Ilse Aichinger starb im Alter von 95 Jahren gestorben.

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                                                    Man versäumt immer nur sich selbst.

Ilse Aichinger

 

Youtube:

Filmvorstellung : Wo ich wohne –Ein Film für Ilse Aichinger.

https://www.youtube.com/watch?v=p3p-Tuk_VqA

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Aichinger

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/michael-krueger-zum-tod-von-ilse-aichinger-schamanin-heilerin-dichterin-14524682.html

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article159443764/Bloss-keine-Verschoenerung-bloss-keine-Luegen.html

http://www.tagesspiegel.de/kultur/nachruf-ilse-aichinger-ilse-aichinger-die-jahrhundertzeugin/14832786.html

http://www.planetlyrik.de/ilse-aichinger-verschenkter-rat/2013/03/

 

Nächste Folge: Charles Reznikoff “Jerusalem und wie Chika Sagawa dieses bearbeitet hat.

Nichiyo Sonntagsgedanke 13.11.2016

Nichiyo Sonntagsgedanke 13.11.2016

Öfters bin ich an diesem Plakat vorbeigefahren und war überrascht dass es in diesem Jahr wieder aufgetaucht ist. Ich finde das Thema passt gut zum November.

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Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Mit Würde beschreibt man das Bewusstsein der eigenen, für andere zwingend unantastbaren, Werte, Rechte und Richtlinien. Die Bewahrung der eigenen Würde, eines jeden Lebewesens, zählt zur Erhaltung der Selbstbestimmung und Selbstachtung. Für die meisten Menschen zählt sie zu den wichtigsten Werten.

 

http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/ethik-und-philosophie/wuerde-unantastbar-philosophie102.html

Brot für die Welt setzt sich weltweit für die Überwindung der Armut und Gerechtigkeit ein. Doch unter welchen Bedingungen ist ein Leben menschenwürdig und was braucht es dazu? Die Faktoren Bildung, Gesundheit, Zugang zu Wasser, Menschenrechte, die Gleichstellung von Mann und Frau sind Punkte die ein Leben würdig machen.

Bildung ist ein Grundstein für die spätere Zukunft. Jedoch leidet global jedes vierte Kind unter fünf Jahren unter Mangelernährung. Rund 57 Millionen Kinder im Grundschulalter besuchen keine Schule. Rund 77 Millionen Jugendliche und Erwachsene können nicht lesen und schreiben, knapp zwei Drittel von ihnen sind Frauen.

Es ist wie ein Kreislauf dass Menschen daran hindert teilzunehmen. Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Klimaerwärmung der den Lebensraum zerstört und ein Leben in der Heimat nicht ermöglicht.

Wie wir alle gesehen und erleben ist Krieg ein weiterer Zerstörungsmotor. Die Zahl hat mich allerdings etwas erstaunt: 65,3 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Viele Kinder, die alleine unterwegs sind. Ich frage mich schon, wird es die Gesellschaft ändern, wie lassen sich all diese Fakten bewältigen

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/06/21/un-beendet-die-kriege-um-die-fluechtlings-krise-zu-loesen/

Dabei brauchen wir gar nicht so weit schauen, auch in Deutschland ist die Armut fast unverändert. Am stärksten betroffen sind Alleinerziehende. Interessant finde ich dass das es seit Jahren bekannt ist und es bisher keine wirklichen Lösungen gibt. Warum könnte es nicht z.B Kitas geben die auch über Nacht betreuen wie in Schweden. Oder eine bessere Unterstützung um arbeiten gehen zu können.

Die Liste der Probleme könnte ich verlängern, weil jedes Thema an sich verdient eine ausführlichere Diskussion. Ich möchte jedoch die Sonntagsgedanken in kurze Fakten halten. Vielleicht greife ich das ein oder andere mal heraus.

Die Frage warum Würdesäule sehe ich darin, dass trotz allem ein aufrechter Gang / Stehen um das Ganze in Würde zu ertragen.

Roland Berger Preis 2015:

https://www.youtube.com/results?search_query=Roland+Berger+Preis+f%C3%BCr+Menschenw%C3%BCrde

 

Quellen:

http://www.bmz.de/de/themen/bildung/hintergrund/bildungssituation/index.html?PHPSESSID=7a72b3156972e19f6966cc414d7bf8be

https://www.evangelisch.de/inhalte/131635/11-02-2016/duerre-hunger-und-konflikt-el-nino-droht-teile-afrikas-zu-destabilisieren

http://www.der-paritaetische.de/uploads/media/ab2016_komplett_web.pdf

 

Nichiyo Sonntagsgedanke 06.11.2016

Nichiyo Sonntagsgedanke 06.11.2016

 

Anregt von emorfes Blogbeitrag:

https://emorfes.com/2016/11/01/animal-culptures-made-of-rolled-up-newspaper/#more-26671

kam mir die Idee anstatt einen Gedankens zu spinnen, doch mal zu schauen

was es an moderner japanischer Kunst gibt.

 

In dem Link

https://theculturetrip.com/asia/japan/articles/top-10-japanese-contemporary-artists-you-should-know/

werden zehn Künstler vorgestellt.

 

Beeindruckt haben mich die Arbeiten von Mariko Mori, die eine breite Facette ihres Könnens zeigt. Sie gestaltete multimediale Arbeiten in Video, Fotografie, New Media und Installationskunst. Sie drückt damit einen minimalistischen futuristische Vision aus, durch schlanke, surreale Formen. Ein wiederkehrendes Thema in Moris Arbeiten ist das Nebeneinander östlicher Mythologie mit der westlichen Kultur die sie auch in ihren digitalen Schichtaufnahmen zeigt. Bekannt wurde Mori mit ihren Wave Ufo, mit dem sie  im Kunsthaus Bregenz 2003 debütierte. Anschließend reisten die Stücke nach New York und wurden später zur Venice Binneale eingeladen. 2010 gründete Mori die Faou Foundation, eine pädagogische und kulturelle non-profit Organisation mit denen sie ihre Serien eigener stimmiger ortsspezifischen Kunstinstallationen bewohnte Kontinente ehrt. Zuletzt  installierte Faou Foundation eine dauerhafte Kunstinstallation genannt Ring:One with Nature über einen malerischen Wasserfall Visconde Mauá, nicht weit von Rio de Janeiro.

http://theartnewspaper.com/news/put-a-ring-on-it-mariko-mori-to-hang-symbol-of-unity-above-rio-waterfall-ahead-of-olympic-games/

www.kunsthaus-bregenz.at/html/aus_mori.htm

http://streamingmuseum.org/rebirth-recent-work-by-mariko-mori/

https://www.artsy.net/artist/mariko-mori

http://www.kunstmuseum-wolfsburg.de/ausstellungen/mariko-mori-esoteric-cosmos/

http://www.artnet.com/Magazine/features/itoi/itoi11-20-01.asp

 

 

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Und sonst….

Irgendwie bin ich den vergangen zwei Wochen kaum zum Lesen gekommen.

Ich habe mehr geschrieben, mir Gedanken gemacht welche Kurzgeschichte ich zum Leverkusener Shortpreis einreiche, welchen Text ich für die Hausaufgabe schreiben soll und natürlich hält mich Chika Sagawa am Recherchieren und Arbeiten.

Ich hoffe doch das ich ein bald wieder ein Buch vorstellen kann, zuvor habe ich noch eine nette Geschichte vom Regenbogenbären und was mich am meisten gefreut hat das ich eine Arbeit gefunden habe, in denen mehrere japanische Dichterinnen und ihre Gedichte vorgestellt werden.

Für das Autobiografische Schreiben habe ich einen Samstagskurs gefunden, so eine ungefähre Idee schwebt in mir. Ausgegraben sind alte Themen, Gedanken die bewegen und Neues entdecken lassen.

 

 Rainer Maria Rilke

Mein Leben ist wie leise See…

Mein Leben ist wie leise See:

Wohnt in den Uferhäusern das Weh, wagt sich nicht aus den Höfen.

Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:

Aufgestörte Wünsche ziehn Darüber wie silberne Möwen.

Und dann ist alles wieder still. . .

Und weißt du was mein Leben will,

hast du es schon verstanden?

Wie eine Welle im Morgenmeer

Will es, rauschend und muschelschwer,

An deiner Seele landen

In diesem Sinne:

https://vimeo.com/190080758

Nachtrag zu Montagslyriker

Nachtrag zu Montagslyriker

Die ersten Schritte des Arbeitsprojekt Chika Sagawa sind geschafft. Nur eins habe ich vergessen, den Link zu den Montagslyriker:

https://terencehorn.com/2016/10/31/liebe-und-tu-was-du-willst/#more-1647

 

Und ich muss sagen da hat Terence nochmal viel Arbeit in die Bilder gesteckt. Vielen Dank für die wunderbare Mühe.

Da der Herbst ein Monat der Besinnung ist, ein Monat um in die Tiefe zu gehen, möchte ich Euch noch eine Hausaufgabe aus Schreibwerk vorstellen. Das Thema war Flucht.

 

     Landlos

Eine Welt, eine Erdkugel,

die sich immer schneller dreht,

in denen Kinder wie Said,

verlorengehen in den Fängen des Geldes.

 

Nichts hätte ihn in die Weite gezogen,

nichts hätte ihn von allem getrennt was er liebte

Hunger, Krieg, Armut-darum floh Said

Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.

 

Fußball spielte ich mit meinen Freunden

Stundenlang, oft träumte ich von Europa,

wie viel Geld ich verdienen könnte,

dann kamen die Soldaten.

 

Mit Gewehren trieben sie uns aus dem Dorf.

Zündeten die Hütten an.

Schreiend lief Said davon-

alles verlor er, die Erinnerungen raubten ihm dem Schlaf.

 

Seine Füße schmerzten, die Blasen bluteten

Der Weg in das das Land des Friedens

Hatte Said kraftlos werden lassen

Er wollte nur noch schlafen.

 

Mit knurrenden Magen schritt Said voran,

Wie in meiner Heimat

Die Hirse, die nie den Magen füllte

Hier war es tagelang trockenes Brot.

 

Said zitterte, er rieb sich die Hände,

sein Atem stieg in Wolken vor ihm auf,

sein Bündel war das was er auf dem Leib trug.

Nichts war ihm geblieben.

 

Er verlor seine Sprache,

fremde Worte hallten in seinem Kopf

Wohin wird ihn die Reise führen?

Said war so müde, das Vertraute weit weg.

 

Seine dunklen Augen sahen eine Grenze,

wird dort mein zu Hause sein?

Sein Herz pochte aufgeregt.

Was wird mich dort erwarten?