Teil 1 Chika Sagawa

Seit einigen Wochen bereite ich das Arbeitsprojekt „Chika Sagawa“ vor.

Was will ich veröffentlichen, was könnte interessant und was lässt sich noch finden.

Heute möchte ich die ersten Zeilen vorstellen, weil auch eine Einladung der Montagslyriker vorlag.

Auf das Projekt bin ich durch das Buch „The Collected Poems of Chika Sagawa“ translated by Sawako Nakaysu aufmerksam geworden.

Allerdings habe die Taschenbuchausgabe bestellt. Dadurch fehlt mir der Anhang, wo weitere Informationen enthalten sind. Das werde ich als nächstes kaufen.

sagawa3Chika Sagawa (Geburtsname Kawasaki Chika )war eine der ersten zeitgenössischen    Dichterin, dessen Arbeiten auch nach ihrem Tod noch nachhaltig wirken. Ihre Dichtung wurde durch die französische Literaturbewegung inspiriert, die neben modernen amerikanischen und englischen Autoren in Japan eingeführt wurde. Ihre Gedichte stehen für Naturverbundenheit und dem Leben in Tokio. Trotz ihres frühen Todes im Alter von 24 Jahren sind ihre Arbeiten immer noch bedeutend. Chika Sagawa schrieb ihre Gedichte als Japan sich in dieser Zeit in einem der größten und historischen Umbrüche befand.

Geboren wurde sie in der kleinen ländlichen Stadt Yoichi, Hokkaido, dessen Hauptindustrie Landwirtschaft und Fischerei war. Ihre Eltern hatten eine Apfelplantage und Äpfel sind heute noch eine wichtige Einnahmequelle.

Von ihrer Geburt an war sie ein schwaches Kind, das ein enges Verhältnis zu ihrem Halbruder Kawasaki Noboru hatte. Trotz ihrer gesundheitlichen Probleme ging sie ihren Weg und entschied sich mit siebzehn Jahren ihrem Bruder nach Tokio zu folgen. Der lebte dort mit seinem besten Freund Ito Sei in dem Chika heimlich verliebt war. Die zwei jungen Männer hatten einige literarische Verknüpfungen aufgebaut und so konnte sie in die Szene hineinkommen.

Es war eine Zeit der Umbrüche. Zwischen 1868 und 1912 befand sich die Meiji Epoche in der Phase der Loslösung von der feudalen Epoche hin zu einem Nationalstaat mit neuer Verfassung. Es war der Zeitraum der Regentschaft des Tennos Mutsuhito. Die industrielle Revolution führte zur Stärkung des Militär und einer Überarbeitung der Sprache zu einer einheitlichen in Wort und Schrift.

Noch heute ist die Entwicklung die Japan in der Meiji Zeit durchlief daher grundlegend für die heutige Bedeutung des Landes in der Welt.

Danach folgte die Periode Taishó Demokratie, die eine Phase in der Geschichte Japans im Kaiserreich waren, in der liberale Ideen Staat und Gesellschaft veränderten, die die vorherrschende Meiji-Oligarchie ihre Vormachtstellung verlor und breitere Gesellschaftsschichten am politischen Prozess teilnahmen.

Die nächste bedeutende Veränderung fand mit der frühen Showaperiode in der Kultur statt. Der Kleidungsstil wechselte vom traditionellen japanischen Kimono hin zu westlicher Kleidung, auch das Essen wurde westlicher.

Die frühe Showa Periode (1920 bis 1930) umfasste eine begrenzte Zeit der japanischen Moderne in Kunst, Architektur und Literatur.

Im Juli 1923, zwei Monate vor dem großen Kantei Erdbeben wurde die radikale Kunst-Gruppe MAVO gegründet, die inspiriert waren von Dada und Futurismus aus Europa. Sie waren eine japanische Avantgarde.

Das Drucken wurde zugänglicher, viele Manifeste und Pamphlete sowie Gruppenzeitungen entstanden.

In dieser Phase kam Chika 1928 in Tokio an, die sich gerade zu einer internationalen Stadt entwickelte. Die Dichter übersetzten fleißig Gedichte und Poesie aus der europäischen Bewegung, wie Dada, Surrealismus, Symbolismus und Futurismus. Sie übernahmen diese neuen europäischen Einflüsse für ihr eigenes Schreiben. Als Chika zum ersten Mal Kitasono 1930 traf, bemerkte er sofort ihr großes Talent und einer ihrer größten Förderer.

Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie 1930. Im folgenden Jahr veröffentlichte sie Poesie und Dichtung (Shi to Shiron ) eine Übersetzung von James Joyces „Chamber Music“.

 

Abreise

Nächtliche Münder öffnen sich, Wälder und

Uhrentürme sind ausgespuckt.

Die Sonne geht auf und unter entlang

Der Straße des blauen Glases-

Die Stadt ist in gleichmäßige

Scheiben von Musik durch Autos und Röcke geteilt.

Anschließend tauchen sie hinein in das Schaufenster.

Die Früchte verbreiten den Duft des Morgens.

Gerade dort vervielfacht sich die Sonne in blau.

 

Menschen werfen Ringe in den Himmel

Um die Sonne einzufangen.

 

Quellen:

http://uu-hokkaido.com/corporate/yoichi.shtml

https://www.jnto.go.jp/eng/spot/museum/yoichispacedome.html

 

 

Farben und Formen

Sich durch Silberwellen schieben

Eine Prozession von Menschen läuft hindurch.


Zerbrochene Erinnerungen funkeln hervor,

Über die Berge, den Bäumen und den Sternen.


Eine Faltengardine am Fenster,

ist zerkräuselt, dann auseinandergerissen.


Ein einzelner Kranz bewegt sich hin und her

Im glänzenden Licht erzeugt von der Marmorstadt.


Jeden Tag, dünne Fingerspitzen wie Blätter

Fertigen Karten an.

 

 

Insekten

Insekten vermehren sich mit der

Geschwindigkeit einer Stromschnelle

Begierig aufgenommen von der wallenden Erde


Wenden ihr feines Kostüm, die urbane Nacht schläft wie eine Frau.


Nun hänge ich meine Hülle zum Trocknen heraus

Meine schwielige Haut ist kalt und metallisch.

Niemand weiß um dieses Geheimnis meines halbverdeckten Gesichtes.


Die Nacht lässt die verletzte Frau, ungehindert ihren gestohlenen Ausdruck 
verzückt wenden.

 

 

Das Blaue Pferd

Ein Pferd kam rasend den Berg herunter und wurde verrückt. Von

diesem Tag an aß sie blaues Essen. Der Sommer verfärbte die Augen der Frau

und hüllte alles in blau, taumelte dann vergnügt auf den Marktplatz.

Die Gäste auf der Terrasse rauchten viele Zigaretten sodass sich kleine Ringe wie Frauenlocken am Himmel bildeten.

Ich werfe oft meine Erinnerungen weg wie ein Handtuch. Wenn ich nur die Liebe und das Bedauern und die Lackschuhe vergessen könnte!

Ich bin verschont geblieben um gemeinsam aus dem zweiten Stock zu springen.

Das Meer erhebt sich zum Himmel.

 

Was mir in ihren Gedichten auffiel war das Blau, die Farbe wurde oft von Chika Sagawa verwendet.

Eine Interpretation könnte sein:

 Der Blaue Reiter ist eine Bezeichnung von Wassily Kandinsky und Franz Marc für ihre Ausstellungs- und Publikationstätigkeit, bei der beide Künstler in dem erstmals Mitte Mai 1912 herausgegebenen gleichnamigen Almanach als alleinige Herausgeber fungierten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Blaue_Reiter

http://www.kunst-zeiten.de/Der_Blaue_Reiter

https://www.youtube.com/watch?v=fx02Zc59cpk

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Meiji-Zeit

https://de.wikipedia.org/wiki/Taish%C5%8D-Demokratie

Fortsetzung folgt…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s