Mittlerweile verlasse ich mich nicht mehr so auf die Titel der übersetzten Romane.

Nach einigen Recherchen habe ich den englischen Titel „Being Alone“, auch „A Perfect Day to be alone“ gefunden.

Ich finde „Being Along“ passt ganz gut und sinngemäß bedeutet es gern für sich allein und trifft auf die junge Protagonistin zu, die ihren Weg sucht. Ich frage mich seit einigen Tagen wofür steht „Eigenwetter“?

Inhaltsangabe:

Chizu and Ginko sind zwei ungleiche Hausgenossen in dieser Erzählung, die ein halbes Jahrhundert trennt. Im Rhythmus der vier Jahreszeiten erlebt jede Frau andere Dinge. Die zwanzigjährige Chizu lebte bisher bei ihrer Mutter, einer Gymnasiallehrerin. Weil ihrer Mutter das Land verlässt um in China zu arbeiten, erklärt Chizu den Ort ebenfalls zu verlassen. Sie will nach Tokio um dort zu leben und zu arbeiten. In der ersten Zeit arrangiert ihre Mutter, dass sie mit der 71 jährigen Ginko zusammenlebt, eine weitläufige Tante. Diese ist schon lange Witwe, und lebt mit ihren Katzen in einem alten Haus in der Vorstadt von Tokio. Ginko ist jung im Herzen geblieben hat einen Freund in ihrem Alter und vergisst nie sich zurechtzumachen, wenn sie zum Tanzen geht.

Im Frühling fängt Chizu einen Halbtagsjob als Party Hostess an, währenddessen bricht ihre Beziehung zu ihrem Freund. Um ein bisschen mehr Geld zu verdienen fängt sie einen zweiten Job im Bahnhofskiosk an. Chizu lernt einen jungen Mann namens Fuijita kennen, der ebenfalls am Bahnhof arbeitet.  Aber auch diese Beziehung endet schnell. Im Winter wechselt sie ihre beiden Jobs für eine Büroanstellung.

Ihre Mutter kommt aus China, um ihr mitzuteilen, dass sie wieder heiraten möchte. In der Zeit entscheidet Chizu das sie ihren Bürojob als Vollzeitstelle ausführen möchte und in das angrenzende Wohnheim ziehen möchte- obwohl sie Bedenken hat wie Ginko sich dabei fühlt, trifft sie die Entscheidung endgültig umzuziehen.

Auch fragt sie sich wie sie wohl alleine zurechtkommen wird.

Eine Geschichte die brillant gemischt ist: von kleinen Fehler, von Gewohnheiten und seinen Weg finden.

Dass die Autorin einen Office Job im Buch erwähnt, kommt nicht von ungefähr. Sie arbeitete selber in einem Büro. In einem Interview erzählt sie von ihrem Schreiben:

http://www.japantimes.co.jp/life/2007/03/04/life/office-worker-takes-exalted-literary-status-in-her-stride/#.V-ZprqP9mUl

Neben ihrem Spiel mit Worten und Sprachen, sind ihre wesentlichen Themen, die Menschen die nicht immer im Vordergrund stehen, die sogenannten Freeter – junge Menschen zwischen 15-34,  die Teilzeit arbeiten, oder arbeitslose Menschen des gleichen Alters. Sie schreibt über die Dinge wie sie sie sieht.

Einige Erfahrungen die Chizu in Tokio erlebt, sind auch Erfahrungen der Autorin. Zuerst war sie besorgt über das neue Leben, und sie arbeitete ebenfalls in einem Büro. Auch ist Nanae Aoyama an den Beziehungen zwischen jungen und alten Menschen interessiert.

 

Die Autorin

Nanae Aoyama (1983) ) war eine Hochschulstudentin, als ihr Roman 2005 Mado no akari (The Ligth of windows) den Bunge Preis gewann, den Start ihrer Karriere. In den folgenden Jahren entstand Eigenwetter, für den sie den Akutagawa Preis  bekam. Mit den Kurzgeschichten Fragments erhielt sie 2009 als jüngste Person den Kawabata Yasunari Preis, welche sie als Autorin etabilierte. Im gleichen Jahr beendete sie ihre Arbeit in einem Reisebüro um sich ganz dem Schreiben zu widmen. 2011 veröffentlichte sie My Boyfriend.

 

Buchfakten:

Nanae Aoyama Eigenwetter

Roman, Taschenbuch, 1. August 2015

160 Seiten, EUR 17,00

ISBn 978-394471054

https://www.amazon.de/Eigenwetter-Roman-Nanae-Aoyama/dp/3944751051

 

Genug der Fakten, denn eins bleibt noch.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Ich habe es sehr gerne gelesen.

Die Zweifel und Fragen der Chizu, einer junge Frau die ihren Weg sucht kommen glaubhaft rüber. Auch Ginko die in sich zu ruhen scheint, ist interessant geschrieben.

Mit ihren Lebenserfahrungen hilft sie Chizu und in dem halben Jahr kommen sie immer besser miteinander aus.

Eine leise Sprache die im ganzen Roman durchklingt, die in Bildern erzählt, wie zwei Generationen ihr Leben organisieren. Ohne große Aufregung wird der der Alltag beschrieben, wie das Zusammenleben gemeistert wird.

Wer viel Action erwartet, der wird enttäuscht. Ein Buch das zum Nachdenken anregt, dass auch zeigt wie schwierig es ist für eine zwanzigjährige ihren Lebensweg zu finden, und Ginko die schon alles im Leben kennengelernt hat.

Das Thema Vier Jahreszeiten ist gut ausgewählt, weil damit der Wechsel und Umbrüche gekennzeichnet sind.

Ich würde es für empfehlen für die ruhigere Jahreszeit.

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