Nichiyo bi Sonntagsgedanke 25.09.2016

Nichiyo bi Sonntagsgedanke 25.09.2016

 

Sind Autorenlesungen noch zeitgemäß? Die Frage habe ich mir gestellt, als ich diesen Artikel las:

www.welt.de/kultur/literarischewelt/article158105023/Warum-gibt-es-eigentlich-noch-Autorenlesungen.html

Persönlich finde ich es kommt auf die Autorenlesung. Manche sind gut gemacht, ich erfahre einiges, und manche sind einfach nur dazu da um sein Werk vorzustellen.

Autorenlesungen nutze ich meist für regionale Autoren, die gefördert worden sind, aber noch nicht den Bestseller geschrieben haben. Oder es sind Autorenlesungen, die von einer anderen Kultur erzählen und nicht bei Amazon & Co auftauchen.

Wahrscheinlich hätte ich niemals ein Buch mit 1.000 Seiten gelesen. Eine Autorenlesung mit Orkun Ertener überzeugte mich. Obwohl er schon lange Drehbücher, u.a für den Tatort schreibt ist dies sein Roman für den er den Grimme Preis erhielt.

Inhalt des Romans:

Während der Arbeit an der Autobiographie der prominenten Schauspielerin Anna Roth wird Ghostwriter Can Evinman auf schockierende Weise mit seiner eigenen Lebensgeschichte konfrontiert: Seine Eltern, die vor fünfunddreißig Jahren bei einem Unfall ums Leben kamen und ihn als achtjähriges Kind traumatisiert zurückließen, scheinen in Wahrheit einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein. Einem Verbrechen, das auch in Anna Roths Familie tiefe Wunden geschlagen hat. Gemeinsam versuchen Can und Anna herauszufinden, was wirklich passiert ist, und stoßen in Thessaloniki auf ein einzigartiges Kapitel der jüdischen Geschichte im 17. Jahrhundert, das bedrohlich bis in die Gegenwart reicht und eng mit dem Schicksal ihrer beider Familien verknüpft ist. Doch ihre Entdeckungen sind nicht ungefährlich. Denn jemand scheint großes Interesse daran zu haben, dass die Wahrheit im Verborgenen bleibt. Und schreckt vor nichts zurück. Auch nicht vor Mord … »Lebt« verwebt Fiktion und Wahrheit zu einem ungewöhnlichen, packenden Thriller – und mit jeder Enthüllung steigt die Gewissheit, dass die Wahrheit oft eine ganz andere ist als wir denken.

Quelle: Fischer Verlag http://www.fischerverlage.de/buch/lebt/9783651013674

 

 

Ein Geschichte die mir viel abverlangt hatte, weil erstens den Überblick über die Figuren zu behalten und zweitens die langatmigen Phasen.

Wenn er auf der Autorenlesung nicht von seiner Arbeit erzählt hätte, dann wäre ich nie bis zum Ende gekommen. Bei einigen Passagen sind für mich Brüche vorhanden, oder ich hätte es gekürzt. Das kommt wahrscheinlich durch das Drehbuchschreiben.

https://www.youtube.com/watch?v=xAvibDmLuZY

Dafür finde ich Autorenlesung hilfreich, ob eine Autorenlesung auch Sinn macht, wenn die Gruppe wandern geht, weiß ich nicht. An dem Tag war es so heiß, da habe ich mich keinen Meter nach draußen bewegt.

Klar die jüngeren Leute sind für andere Kanäle zu haben, und irgendwann wird es die Autorenlesung auch nicht mehr geben.

Ein Kriterium was mich abgeschreckt sind Autorenlesungen wo der Autor seinen Blick nicht von seinem Buch hebt. Der Text wird einfach runtergelesen, das Spiel mit dem Publikum wird vergessen.

So eine ähnliche Lesung habe ich auch schon erlebt. Der Autor muss mir nicht jede Seite vorlesen, er soll von seiner Geschichte erzählen und den Leser dafür begeistert können.

Autorenlesungen sind ein weites Feld. Neben einer guten Geschichte gehört auch das Können des Autors dazu . Ich werde mir weiterhin Autorenlesungen anhören, ob zeitgemäß oder nicht.

Schreibmäßig bereite ich die Buchvorstellung vor. Die Hausaufgabe für die Schreibwerkstatt macht mich ideen- und ratlos.

Und dann fand ich die Einladung zu den Montagslyriker

https://terencehorn.com/montagslyriker/

Puh, ich glaube ich brauche eine bezahlte Schreibwoche, um das alles zu schaffen.

Weil das Essen eine wichtige Rolle in japanischen Romanen spielt, wie „Eigenwetter“ hier eine gefundene Doku zum Essen:

https://www.youtube.com/watch?v=uTeUgp8MTBw

 

Zum Abschluss einen wunderbaren Sonntag mit einer japanischen Weisheit.

„Die Seligkeit eines Augenblicks verlängert das Leben um tausend Jahre.“

Nichiyo-bi Gedanke 18.09.2016

Nichiyo-bi Gedanke 18.09.2016

Sprache, Wörter- das sind die Dinge die mir Tag für Tag begegnet sind.

Chika Sagawa verwendete oft Wörter aus anderen Sprachen, vielleicht entstanden sogar Wortspiele daraus. Meist Wörter aus dem Niederländischen, Englischen oder Französischen.

In einer Schreibübung haben wir mal versucht einen Brief im alten Gewand zu schreiben. Gar nicht so einfach. Dabei fiel uns auf das manche Wörter einfach verschwunden sind oder nicht mehr genutzt werden.- berückend-emsig-

http://www.kunst-worte.de/archaismen/

 

Dazu habe ich folgendes Sprichwort gefunden:

„Die Grenzen meiner Sprache meint die Grenzen meiner Worte.“

(Ludwig Wittgenstein)

 

Ich merke es beim Schreiben für das Netz. Die Spielregel sind anders. Gedanklich beschäftigt mich dazu der Artikel:

http://www.publishingtalk.eu/writing/how-social-media-is-changing-language/

Wie wirkt sich Social Media auf unsere Sprache aus?

Social Media ist ein weites Feld um mit sich mit der Sprache auseinanderzusetzen.

Mittlerweile hat es einen wichtigen Einfluss auf unserer Sprache. Die Wörter die uns täglich umgeben, beeinflussen die Wörter die wir nutzen.

Täglich nutzen wir die Wörter am Bildschirm, am Smartphone oder Tablet.

Und wir nutzen unsere Sprache zur Kommunikation.

Ich merke schon dass ich mich immer mehr der Sprache des Netzes anpassen will, auch im geschriebenen Wort.

Die Kombination von der informellen, persönlichen Kommunikation und das große Publikum fördert durch Social Media einen rapiden Wechsel.

Die Kommunikation wird technischer. Und es macht auch Spaß Emotion und Acronyms zu nutzen, wenn der User sie dann verstanden hat.

Einen weiteren Einfluss hat wohl auch der Twitterhashtag. Wir lesen schneller, wir schreiben schneller. Wörter die früher eine andere Bedeutung hatten, werden im Netz anders verwendet wie:

Der Troll ist nicht mehr der aus der Fabel, sondern jemand der offensiv provokante Kommentare online abgibt.

Social Media und Wörter sind für mich zu einem weiten Feld geworden.

Leider ist der Duden szene wiki noch nicht soweit, um Wörter zu finden, die ich noch nicht kenne, oder verloren habe.

Eine gute Alternative ist der Oxford Blog:

http://blog.oxforddictionaries.com/category/word-trends-and-new-words/

https://www.3sat.de/page/?source=/wissenschaftsdoku/sendungen/184288/index.html&mbnl=15092016

In diesem Sinne stöbert durch Buchstabensuppe.

 

Zum Dadaismus:

https://www.youtube.com/watch?v=oPsjPFCAyug

 

Und sonst? Buch ausgelesen, immer tiefer tauche ich in die Gedichte von Chika Sagawa ein.

 

Nichiyo-bi-Gedanke 10.09.2016

Nichiyo-bi-Gedanke 10.09.2016

Eine Sommerwoche liegt hinter uns. Viel gelesen habe ich nicht, geschrieben fast nichts.

Hauptsächlich beschäftige ich  mich mit meinem Arbeitsprojekt „The Collect Poems of Chika Sagawa“. Ein langfristiges Projekt weil viele Stilrichtungen hineinfließen- Dadaismus, Futurismus, Expressionismus.

Chika Sagawaka(1911-1936) ist die erste zeitgenössische Dichterin, dessen Arbeiten nachhaltig wirken und den größten dynamischen Wechsel und Entwicklung in dieser Ära mitprägte.

Ihre Dichtung war bemerkenswert, weil sie von der französischen Literaturbewegung inspiriert war. Trotz ihres frühen Todes im Alter von 24 Jahren sind ihre Arbeiten immer noch bedeutend, weil sich Japan in dieser Zeit in einem der größten sozialen und historischen Umbrüche befand. Vorab möchte ich ein Gedicht von ihr veröffentlichen, das die Umbrüche gut widerspiegelt:

 

Farben und Formen
Sich durch Silberwellen schieben
Eine Prozession von Menschen läuft hindurch.

 

Zerbrochene Erinnerungen funkeln hervor,

Über den Bergen, den Bäumen und den Sternen.

 

Eine Faltengardine am Fenster,
ist zerkräuselt, dann auseinandergerissen.

 

Ein einzelner Kranz bewegt sich hin und her
Im glänzenden Licht erzeugt von der
Marmorstadt.

Jeden Tag, dünne Fingerspitzen wie Blätter
Fertigen Karten an

 

 

Musikalische Umrahmung:

 https://www.youtube.com/watch?v=pRWihioVZfk

 

 Aktueller Lesestoff:

Nanae Aoyama Eigenwetter

http://www.japantimes.co.jp/life/2007/03/04/to-be-sorted/office-worker-takes-exalted-literary-status-in-her-stride/#.V9QQqaP9mUn

 

Zum Schluss:

„Die Augen sind der Spiegel der Seele“

(Original Me wa kokoro noo kagami)

Schreibwerk

Schreibwerk

Leere Garage

Zwei Jahre lebten wir in einer harmonischen Beziehung. Ich dachte wir wären verrückt aufeinander. Wir unternahmen viele Radtouren, gingen in die teuersten Restaurants und genossen das Leben. Benno behandelte mich wie seine Königin.

Bis der Tag mit den heimlichen Telefonaten anfing. Jedes Mal wenn ich den Raum betrat, senkte er seine Stimme oder ging hinaus. Manchmal verschwand er für Stunden. Dabei haben wir am Anfang unserer Beziehung geschworen keine Geheimnisse zu haben.

Kannte ich Benno wirklich? Waren die vergangenen Jahre nur eine Täuschung von ihm? Liebte er mich überhaupt? Pausenlos gingen mir Zweifel durch den Kopf.

Sein Verhalten veränderte sich von Tag zu Tag. Benno schien mir aus dem Weg zu gehen.Er wurde immer mürrischer, hielt mir Spießigkeit vor. Ich war verwirrt. War es meine Schuld dass er sich von mir entfernte?

Ich warf ihm eine andere Beziehung vor. Benno stritt alles ab.

„Du siehst Gespenster.“

„Du bist eifersüchtig.“

So ähnlich waren seine Antworten.

Doch meine Intuition sagte mir etwas anderes. Bennos Ausreden wurden täglich raffinierter. Ich glaubte ihm nicht mehr.

Nach drei Monaten fühlte ich mich nicht mehr in der Lage zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Ich entschied dass wir nicht mehr glücklich miteinander sein konnten.

Dann kam der Samstag, der mir die Augen öffnete.

„Ich bin shoppen.“

In meinem Inneren schrillten die Alarmglocken. Benno hasste shoppen.

Unauffällig folgte ich seinem Auto bis zum Stadtpark.

Was wollte er hier?

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