Tag des Buches

Tag des Buches

 

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Was lässt sich dazu schreiben? Ich mache mir so meine Gedanken, denn ist es nicht auch ein Tag der Autoren. Die liebevoll Geschichten erzählen, um den Leser zu erfreuen. Ich könnte sicher einiges aufzählen, doch was würde ich zum Buchtag schreiben.

Nun, ich habe in meinem Ordner der Schreibgruppe gekramt, und fand eine Hausaufgabe, die ich schrieb, um das Thema Schnelllebigkeit der Zeit aufzunehmen. Wer kennt es nicht, das der Tag dahin läuft, und wir das Gefühl verspüren das es immer rasanter voran geht.

 

 

 

Utopie des Anhaltens

 

Immer schneller dreht sich dein Tag,

hier ein Call, hier eine Mail, hier ein Tweet

Wie gerne würdest du anhalten,

eine Minute Auszeit nehmen,

um sich der Dinge wieder bewusst zu werden.

 

Wie ein Bergsteiger erklimmst du diesen Kreislauf,

zeigst jedem was Dir gehört

Dein Auto- Dein Haus – Deine Yacht

verbunden in der Gesellschaft,

wie gerne würdest du aussteigen,

das Einfache suchen, das dir einen inneren Wert gibt.

 

Das Leben zieht an Dir vorbei,

Du rennst hinterher, erfüllst die Normen,

wie ein Sprinter- nichts lässt du aus.

Halbzeit- eine Denkpause.

Du spürst eine Kälte in Dir,

das Feuer verlodert, die Energie erlischt.

 

Ein Gefühl wächst in Dir

Erinnerungsfetzen blitzen in deinem Gedächtnis,

Stimmen flüstern Dir ins Ohr-

Wo ist der Ort der Langsamkeit

Kehre aus.

Du unterbrichst den Rhythmus.

( geschrieben im Februar 2016 A.M.G.)

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Meine ersten Texte 1999

Meine ersten Texte 1999

Schokoladenmännchen

Gedanken zum Schokoladenmännchen

Da stehst du. Kunstobjekt in einem Museum.

Lässt fragende Blicke wirken. Was willst du sein?

Wofür bist du geschaffen worden?

 

Schokolade und süsse Verführung, kommt einem in den Sinn.

Wie Schokoladenwerbung, so tauchst Du zu einem Zeitpunkt auf,

zeigst Dich, hältst die Zuschauer gebannt, und tauchst wieder unter.

 

Die Augen erwartend, ob Du wieder kommst. Du bist wirklich süß,

zum Anbeißen.

Schokolade als Konsum das ganze Jahr besonders Ostern und Weihnachten

als Figuren. Es könnten Gevatter sein, auch sie bringen Augen zum

Leuchten und Staunen.

 

Du lässt die Herzen der Naschkatzen höher schlagen.

Du bist eine Sünde wert.

 

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Elfenkönigin

Einst, vor langer Zeit, erzählten die Alten im Dorf, an langen Winterabenden, viele Geschichten aus dem tiefen Wald und dem Moor, die sich hinter dem Dorf erstreckten.

Lange Winterabende, kalte Nächte, ein unheimliches Sausen, ließen die Träume der Alte wilde Geschichten spinnen. Es spuke im Moor, die Geister hausen im Wald, tuschelten sie.

Doch was klang so unheimlich, sobald die Dunkelheit über das Land zog, den Menschen Schlaf brachte, drang ein klagendes Weinen aus dem Moor.

Es begann ganz leise, mit einem „Kling,Kling“, das sich zur Mitternachtsstunde zu einem Konzert erhob. Dann erschien ein Glimmern im Moor, so als Leuchtwürmchen einen Tanz abhalten. Bis einem Mal die Stille im Moor sich  ausbreitete.

 Jahrelang ging das so, bis zwei dumme Tölpel auf Idee kamen, nachzuschauen was dort vor sich ging. Sie schlichen sich ins Moor, die Wege kannten sie gut.Plötzlich standen sie vor einem Lichtmeere, einem wunderschönen Feste. Mittendrin ein gar liebliches Wesen.

 Die beiden Tölpel entbrannten in Liebe zu ihr, und vergaßen jede Vorsicht. Es gab einen riesengroßen Knall, einer der sie mitten in das lebhafte Treiben warf. Eine helle Aufregung breitete sich aus, den bisher kannte kein Mensch das Geheimnis. Alles rannte davon, ohne zu bemerken dass die beiden die Elfenkönigin mitnahmen.

 Sie bettelte und flehte, sie freizulassen, sonst geschehe ein großes Unglück. Doch die Tölpel lachten nur, ahnten nicht welche Macht sie hatte. Sie lachten und lachten, dass es durch das ganze Moor hallte. Ohne auf den Weg zu achten, liefen sie in die falsche Richtung, und verloren sich aus den Augen.

 Und da begann die Elfenkönigin garstig zu singen:

„Einer geht falsch, zwei wird tief fallen, drei keiner wird sie vermissen, vier verschwunden ist er dann.“

 Dem Tölpel verging das Lachen. Immer tiefen geriet er ins Moor, die Elfenkönigin sang immer wieder die gleiche Melodie, und wütend ließ er sie fliegen.

 Endlich kehrte Ruhe ein, der Tölpel stampfte weiter. Wo er ging, versank er, versank er……

 Nur die Alten wussten was geschehen war. Sie munkelten, das die beiden, heute noch durchs Moor wandern.

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Toskana

Sonnendurchwärmte Luft,

leichte Lebensart

friedliche Idylle,

Mücken tanzen über den See,

Vögel singen Dir ein Konzert,

überall ein freundlich Gesumme,

Pinien biegen sich im Wind,

Zitronenhänge laden dich ein,

zum Verweilen,

schau dich um,

genieße das Leben,

Wolken loser Himmel,

Helligkeit in allen Winkeln,

spüre die Toskana.

 

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Himmelsflocke

Leicht schwebt das Flöckchen,

spielerisch tanzt es, ein Regen mit den anderen,

verspielt bildet, es neue,

zaubert dem Menschenkind

Phantasiegebilde

Ein Wagen

Ein Drachen

Verträumt siehst Du zu,

das Flöckchen zieht weiter

und Augen wandern hinterher

und lassen das Spiel geschehen.

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God Bless You

Heute möchte ich mit den dritten Teil die Bärengeschichte beenden. Danke fürs Lesen, und ein wenig Interesse an Hiromi Kawakami wecken.

 

 3.God Bless You (ursprüngliche Geschichte)

Der Bär lud mich zu einem Spaziergang am Fluss ein. Als Geste des guten Willens. Ich bin schon einmal dort entlang gegangen, zu Beginn des Frühlings, um die Schlangen zu sehen. Aber es war das erste Mal das ich bei heißem Wetter spazieren ging mit einem Lunchpaket. Es sah wie eine Wanderung zwischen Himmel und Hölle aus.

Der Bär war ein ausgewachsener, männlicher Bär, der gerade in das Apartment 305 eingezogen war, drei Türen von mir entfernt. Als Geste des guten Willens, lud er uns alle auf demselben Flur ein, um uns einzubeziehen und verteilte Postkarten, eine Form der Höflichkeit, die es heute nicht mehr gibt. Er wollte sichergehen, dass die Menschen ihn mochten, dachte ich, aber er war wahrlich ein echter Bär-

Als wir vor meinem Apartment ankamen, entdeckten wir dass wir uns gar nicht so fremd waren. `Du bist nicht zufälligerweise, aus der X-Stadt, oder? Fragte er als er meinen Namen an der Tür sah. Es stellte sich heraus, das eine Person, die ihm einmal eine große Hilfe war, einen Onkel hatte, der ein städtischer Beamter war, dessen Nachname meinem ähnlich war. Als wir die Verbindung wenig später erkannten, kamen wir zum Schluss, dass dieser Offizielle und mein Vater Cousins zweiten Grades sein könnten. Eine schwache Verbindung war sicher, aber der Bär war dennoch tief bewegt, und er meinte das eine karmischen Verbindung zwischen uns möglich wäre. Mit seiner ganzen Art und Weise wirkte wie er ein altmodischer Bär.

Und so setzten der Bär und ich unsere Wanderung fort. Ich wusste nicht viel über das Königreich, und so konnte ich nicht sagen, ob es ein Kragenbär oder ein Sonnenbär war. Ich überlegte, ihn zu fragen, aber es erschien mir unhöflich zu sein. Auch wusste ich seinen Namen nicht. Als ich ihn fragte, wie ich ihn nennen sollte, dachte er einen Moment nach, und dann als er sicher war, das niemand zuhörte, sagte er: „Im Moment habe ich keinen Namen, und da anscheinend keine anderen Bären hier sind, denke ich brauche ich auch keinen. Ich würde bevorzugen, wenn du mich mit `du `anredest, aber stelle dir es als chinesischen Charakter vor. Aber eigentlich kannst du mich nennen wie du willst. Ich bin dir nicht böse.“

Ja, das war wirklich ein altmodischer Bär. Penibel denkt er über alles nach.

Die Straße zum Fluss führte durch ein Reisfeld. Es war eine asphaltierte Straße, und Autos fuhren von Zeit zu Zeit an uns vorbei. Sie verlangsamten ihr Tempo als sie uns sahen und machten einen große Bogen um uns. Keine Seele begegnete uns. Es war ein heißer Tag, und keiner arbeitete in den Reisfeldern. Das einzige Geräusch das zu hören, war das Kratzen der Bärentatzen auf dem Asphalt.

Ich fragte ihn, ob ihm heiß wäre.

„Nein, mir geht es gut. Spazierengehen auf dem Asphalt ist etwas ermüdend, aber noch fühle ich mich gut. Der Fluss ist nicht mehr weit. Danke für deine Fürsorge. Das ist sehr nett von dir. Aber wenn es dir zu warm ist, können wir eine Platz zum rasten suchen.“

Er fuhr in dieser Stimmung so fort, ein Bild der Solidarität. Ich trug einen großen Hut und konnte mit der Hitze gut umgehen, so sagte ich nichts. Aber in Wirklichkeit brauchte er eine Pause. Schweigend gingen wir weiter.

Plötzlich hörten wir aus der Ferne das rauschende Wasser. Als wir weitergingen, wurde es lauter, und endlich erreichten wir den Fluss. Viele Menschen waren am Ufer, einige schwammen, andere fischten. Ich stellte meine Tasche ab und trocknete mein Gesicht mit einem Handtuch ab. Die Zunge des Bären hing heraus und er keuchte leicht. Als wir dort standen, kamen zwei Männer und ein Junge auf uns zu. Alle drei trugen Badehosen. Der eine Mann trug eine Sonnenbrille, während der andere einen Schnorchel um den Nacken trug.

„Daddy, da ist ein Bär!“ schrie der Junge.

„Das ist richtig“, sagte der Schnorchel.

„Ein echter Bär!“

„Ein Bär! Ein Bär!“

So ging es eine Zeit weiter, Schnorchel stand im Schatten meines Gesichtes, aber den Bären schaute er nicht direkt an. Sonnengläser stand dagegen ganz ruhig dar. Das Kind zog am Fell des Bären und trat ihn. Dann rief er ´Treffer` und schlug den Bären hart in den Magen, bevor er wegrannte. Die Männer rannten ihm nach,

„Ach du meine Güte“, sagte der Bär, nachdem sie gegangen waren. „Weißt, du sie haben es sicher nicht böse gemeint.“

Ich sagte nichts.

„Ich meine Menschen sind so, Kinder handeln eben ohne Vorsatz.“

Bevor ich antworten konnte, rannte der Bär zum Uferrand.

Kleine Fische sprangen im Wasser auf und ab .Die Kühle des Wassers fühlte sich gut auf meinem Gesicht an. Bei genauerem Hinsehen, sah ich das die Fische in einem Schwarm schwammen, erst stromaufwärts, dann stromabwärts, als ob sie einer langen Schnur hingen. Diese Grenzen markierte ihr Revier. Der Bär beobachtete ebenso das Wasser. Sah er das gleiche wie ich? Vielleicht sah die Welt unter Wasser anders aus, wenn sie durch Bärenaugen gesehen worden.

Plötzlich gab es einen großen Klatscher als der Bär in den Fluss sprang. Auf der Hälfte des Sprungs stoppte er, tauchte seine rechte Pfote in den Strom und zog einen Fisch heraus. Der Fisch war dreimal so groß, als die wir schwimmen gesehen hatten.

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God Bless you Teil 2

Heute möchte ich den zweiten Teil der Geschichte einfügen, es sind ihre Gedanken die das Nachwort begleiten.

Fünf Jahre sind seitdem vergangen. Bisher sind die Kosten für Säuberung und Entschädigungen auf um die 200 Millionen Dollar gestiegen und die Arbeit ist noch lange nicht beendet. Und das versucht Hiromi Kawami in ihrem Nachwort auszudrücken, das sie gelernt haben damit zu leben.

Nachwort

 

Ich schrieb „Kami-sama“,1993, dass als „God Bless you“ übersetzt wurde.

Der Titel bedeutet im japanischen buchstäblich „Goa“, und ich wollte in der Geschichte auf einen Bärengott hinweisen.

Vieler solcher Götter existieren im Alten Japan. Es gab Götter die alle Themen der großartigen Natur abdeckten, Götter der Berge, der Meere und der Flüsse, des Windes und Regens. Es gab Götter die genauso mit dem täglichen Leben verbunden waren. Götter für die Reisfelder, der menschlichen Behausung, des Herzen, der Toilette und so weiter. Götter welche bestrafen, Tiergötter. Es gab auch Dämonen und Riesen, Kobolde und Baumgeister und sie bewegten sich im Norden von Japan, des Archipels, bis nach Okinawa.

Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich tief im Herzen an alle, diese Götter glaube, dennoch in diesen Tagen an einem Morgen aufzuwachen, wo der Strom rationiert ist und die warmen Sonnenstrahlen zu spüren, die durch mein Fenster scheinen, ist meine unmittelbare Reaktion „Ach, der Sonnengott“ ist zurückgekehrt. Mit diesem Gefühl halte ich die Verbindung zum Alten Japan.

Meine Reaktion nach all dem, was ich nach dem Erdbeben sah und hörte war: „Wie konnte ich in den all den Jahren in Ungewissheit gelebt haben, ohne herauszufinden, was ich jetzt weiß?“

 

Bildergebnis für Bilder kostenfrei Fukushima
Die Folgen bleiben

 

 

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