Yokoso-Willkommen

so wird der Gast in Japan begrüßt, so möchte ich sie einladen, in meinem Beiträgen zu lesen und zu stöbern.

Warum Japan? Warum Romane aus dem diesem Land? Alles fing mit dem Fernkurs „In die Ferne lesen“ an. Der Reisekoffer wurde gepackt, mit den Ländern: Afrika, Asien, Arabische Welt, Lateinamerika. Doch hängengeblieben bin ich bei Japan.

Besprochen wurde das Buch:

         

            Manazuru – eine Geschichte, die vieldeutig ist.

 

Kurzbeschreibung:

Manazuru erschien 2007 in Japan. Die Autorin erzählt die Geschichte von Kei einer Mutter im mittleren Alter, die im alltäglichen Leben ihren Rhythmus und seine Grenzen lebt. Sie und ihre Tochter leben seit zwölf Jahren mit ihrer Mutter zusammen, seitdem ihr Mann Rei verschwunden ist. Warum, darüber grübelt Kei immer wieder nach. Doch in den vergangenen Jahren hat sie bisher nichts über die Ursache des Verschwindens herausfinden können, und weil die Wahrheit schwer zu fassen ist, zieht Kei immer mehr in sich zurück. Eines Tages beschließt sie spontan, in eine kleine Kleinstadt, namens Manazuru zu fahren, wo sie und ihr Mann ihr letztes gemeinsames Wochenende verbrachten, bevor er verschwand.

Manazuru ist eine kurze Zugreise von Tokio entfernt, dennoch scheint es eine andere Welt zu sein. Einen Steinwurf ist die Atmosphäre anders als in der Großstadt, ein ruhiger Seeort, der eine hypnotische Wirkung auf Kei hat. Hier lebt sie in Gedanken die Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

 

Meine Sichtweise auf das Buch:

In vielen deutschen Besprechungen wird es als Liebesroman bezeichnet, doch es ist viel mehr. In ihrem Roman spiegelt die Autorin, viele Facetten wieder, von den ich eine beschreiben möchte.

Manazuru- eine Geschichte, die den Leser zunächst etwas verstört hinterlässt. Ist es eine Liebesgeschichte, oder handelt der Roman von vielmehr, das zu entdecken gilt? Diese Fragen ließen mich nicht los, und so fand ich eine aufschlussreiche Arbeit von Jill Mowbray-Tsutsumi , von denen ich einige Punkte auszugsweise verwenden möchte.

Manazuru untersucht mehrere Abschnitte, die das Verhältnis zwischen Kei und ihrer Tochter untersucht. Diese Abschnitte gleichen einem komplexen Ansatz zwischen der reellen und phantastischen Welt, die die Schlüsselwörter- verwischen, überfließen- skizzieren, ebenso Satzstrukturen die die Oberflächen und den Körper in Manzuru beeinflussen, erläutern. Die Feinheit in Kawakamis Sprache formt den Roman, das hinter der visuellen Erscheinung schaut. Sie ist bekannt für ihre phantastischen Geschichten der Metamorphose, seltsamen Erscheinungen und Kurzgeschichten. Sie erzählt von Kei, ihrer Tochter und ihrer Mutter, die zusammenleben, nachdem Keis Mann verschwunden ist.

Wenn wir uns den Plot anschauen, begegnen wir eigenartigen Dingen. Als erstes Manazuru, warum fährt sie immer wieder dorthin, und wer ist diese Frau, die ihr ständig folgt? Kehrt Kei dorthin zurück, weil ihr Mann dorthin verschwunden ist? Will sie dort Antworten finden?

Nicht der Plot, ist das Wesentliche im Roman, sondern die Stille der Sätze, welche den Leser faszinieren, besonders die ersten zwei Zeilen:

„Als ich ging, folgte mir irgendetwas.

Es war weit entfernt, ich konnte es nicht erkennen-

Ob es eine Frau ist, ob es ein Mann ist . Welches schön wäre. Ich ging weiter, um mich nicht darum zu kümmern.

 

Zunächst scheint es ein normaler Satz zu sein, doch hat er Signalbedeutung für die weitere Handlung. Manzuru enthält zwei Charaktere, die wichtig sind. Zu einem die geografische Lage, eine Küstenstadt und Kei die dort zu sich selbst findet, sowie die literarische Bedeutung des Wortes. Der Schlüssel zum Roman ist die bezeichnende Natur der Wörter in der ganzen Handlung.

Von Anfang sind die japanischen Charaktere eine wichtige Bedeutung in der Erzählung. Immer mehr wird dem Leser bewusst, dass es nicht nur um das Verschwinden von Keis Ehemann handelt, sondern auch um Drehpunkte- Heirat, Schwangerschaft, Geburt und Stillen- die ihren Körper beeinflusst haben. Der Text versucht greifbar die weiblichen körperlichen Erfahrungen von Kei und Momo darzustellen, von Anfang an, bis hin zu Unerklärlichkeit von Teilung von Körper und Geist.

Auf den Text bezogen, stellt sich das durch den Körper von Kei und wie sie sich selbst sieht dar. Ihr Körper formt ihre Identität, darum spielt der weibliche Körper eine zentrale Rolle in Manazuru. Es beeinflusst auch Keis Deutungen zu Beziehungen zwischen ihrem Ehemann, Liebhaber, Tochter und Mutter.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Namen im Roman, die Kei, ihre Mutter und ihre Tochter diskutieren, dass der japanische Charakter ihre Namen formt. Nicht ohne Grund haben die Frauen diese Gedanken, sie verstehen die visuelle Oberfläche und deren Bedeutung.

Der Roman ist ein komplexes Spiel zwischen dem Stil und der Bedeutung der Wörter. Besonders der weibliche Körper rückt weit in den Vordergrund. Sie sind auch wichtig um zu verstehen, wie davon die Beziehung zwischen Kei und Momo beeinflusst wird. Für Kei beginnt sie als physikalische Beziehung, die zu einer mentalen Distanz wird. In dieser Phase taucht die Frau auf. Hier finden sich zwei Wörter die ihren in ihre körperlichen Erfahrungen fliessen-minaguru (zu überfliesen) und nijima (zu verwischen). In dieser Phase beginnt die Frau ihr zu folgen, ihre Beziehung zu Kei wird immer enger, und als sich ihre Hände berühren, verschwimmen ihre Körper. Umso mehr Kei der Frau folgt, umso mehr entfernt sie sich von ihrer Tochter.  Langsam beginnt Kei ihren Körper zu verstehen.

Ist es der Geisterglaube aus der altjapanischen Literatur, das uns das Buch so schwer fassen lässt. Kawakami schreibt es in ihren Werken behutsam fort, vielleicht hat sie deswegen hier mehr auf die Weiblichkeit setzt, weil sie dafür empfänglicher sind. Sehen von Dingen und Gestalten, die „eigentlich „ nicht da sind, Dinge und Gegenstände die woanders sind, sind nicht für jeden Leser etwas.

Gerade die atmosphärischen Beschreibungen machen den Roman aus, warum sind uns manche Menschen so nah, manche weniger. Wie lassen sich solche Empfindungen und Stimmungen überhaupt ausdrücken? Ein Spiel der Wörter und Sätze, die etwas Magisches haben.

Am Ende der Geschichte löst sich Kei vom Schattenreich Manazuru, doch wirkliche Antworten bekommt der Leser nicht.

Das ist die Grundstruktur des Romans, der mehrmals gelesen werden sollte, um die Bedeutung zu verstehen.

 

Die Autorin

Hiromi Kwakami, 1958 in Tokio geboren,studierte Naturwissenschaften. Sie unterrichtete Biologie, bevor 1994 ihr erster Roman erschien. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Literaturpresien ausgezeichnet, “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“, erhielt den renommierten Tanizaki-Preis und war ihr erstes sehr erfolgreiches Buch in deutscher Übersetzung.

„Am Meer ist es wärmer“

Eine Liebesgeschichte, erschienen 2012, 208 Seiten, ISBN 3423140992

 

http://www.amazon.de/Meer-ist-w%C3%A4rmer-Liebesgeschichte-Literatur/dp/3423140992

 

Diese Reise möchte ich fortsetzen. Neben japanische Autorinnen, werde ich in Schreibwerk meine eigene Geschichten vorstellen, in Lesesplitter das was ich so auf dem Buchmarkt gelesen habe. Vorwiegend werde ich mich mit der weiblichen Autorenschaft auseinandersetzen. Ein weiterer Punkt sind auch Sprache und Übersetzung.  Ich möchte einen interessanten Artikel einfügen, der zeigt wie  ein Text sich verändert  kann.

www.relue-online.de/2014/03/oednis-im-bett/#more-3061

 

Kommen Sie mit auf eine Reise, die Ihnen hoffentlich gefallen wird. Reisen wird der Leser auch in Länder, ich stelle Ihnen Geschichten von Woman Traveling vor.

Lehnen Sie sich zurück, genießen sie eine Blog-Lesereise, und liken oder kommentieren Sie.

Viel Lesefreude in dem Blog Wortsonate.

 

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