Gott Segne Sie

Weil die Kurzgeschichte ein längerer Text ist, möchte ich ihn deswegen in drei Teile, mit Einfügungen veröffentlichen. Die Autorin Hiromo Kawakami liegt mir am Herzen, und  das Thema Fukushima möchte nicht einfach abhandeln. Wer hat die Bilder nicht im Kopf, und Döris Dörrie lief gerade als Kinofilm. Das ist schon bedrückend, und ich frage mich schon wie würden wir reagieren, wenn plötzlich nichts mehr so ist wie es war. Und was ist aus Tschernobyl geworden? Und was ist mit all den anderen Kernkraftwerke, die es hier gibt, wie in  Belgien.

Hiromi Kawakami ist eine der bekanntesten japanischen Autorin ihrer Generation. In ihrem Roman `Kami-sama`, welcher mit Gott übersetzt wurde fand große Anerkennung. Erstmalig veröffentlichte sie die Kurzgeschichte 1994, die mit dem Newcomer Preis  ausgezeichnet. wurde. Nachdem Erdbeben 2011, und der darauffolgenden Kernschmelze in Fukushima, schrieb sie ihre Geschichte um.

 

  Gott segne Sie 2011

 

Der Bär lud mich zu einem Spaziergang am Fluss ein, der zwanzig Minuten entfernt war. Damals habe ich die gleiche Straße genommen, um im Vorfrühling die Schlangen zu sehen. Da trug ich einen Schutzanzug, heute jedoch würde ich wegen der Hitze einfach so gehen. Es glich einem Marsch, irgendwo zwischen einer Wanderung und einem Spaziergang.

Der Bär war ein ausgewachsener, männlicher Bar, der gerade in Apartment 305 eingezogen war, drei Türe von mir entfernt. Als eine Geste des guten Willens, behandelte er uns drei höflich und gab uns eine Postkarte als Form der Förmlichkeit, die es heute kaum noch gibt. Er wollte sichergehen, dass die Leute ihn mochten, dachte ich, aber wahrscheinlich machte er es, weil er ein Bär war.

Als er vor meinem Apartment ankam, entdeckten wir, dass wir uns gar nicht so fremd waren. „Bist du nicht aus der Stadt X, oder? „ fragte er mich als er meinen Namen an der Türe sah. Ja, antwortete ich, ich bin von dort. Es stellte sich heraus, das eine Person ihm eine große Hilfe war, als er in einem Evakuierungscenter während des „Unfalls“ war, einen Onkel hatte, ein städtischer Beamter, dessen Nachname meinem entsprach. Als wir die Verbindung später erkannten, kamen wir zu Schlussfolgerung, dass dieser Offizielle und mein Vater Cousins zweiten Grades sein könnten. Eine leichte Verbindung könnte möglich sein, aber dennoch zeigte sich der Bär tief bewegt, über unsere karmische Verbindung. Die Art wie er seine Rede hielt, schien er ein altmodischer Bär zu sein.

Und so schlenderten der Bär und ich die Straße entlang. Ich wusste nicht viel über das Tierkönigreich, ich könnte nicht sagen, ob es ein Kragenbär, Braunbär oder eine Malaienbaär war. Ich wollte ihn fragen, aber das schien mir unhöflich zu sein. Auch wusste ich seinen Namen nicht. Als ich ihn fragte, wie ich nennen sollte, dachte er einen Moment nach und dann, nachdem er überprüft hatte, das keine anderen Bären in der Nähe waren, sagte er: Im Augenblick habe ich keinen Namen, und da keine anderen Bären in der Nähe sind, denke ich, das ich nicht wirklich einen brauche.

„Ich bevorzuge mit Du angesprochen zu werden, aber stelle es dir im chinesischen Sinne vor, nicht phonetisch. Gegenwärtig, freilich, kannst du mich nennen wie du möchtest- ich wäre nicht böse.“

Ja, das war ein wirklich altmodischer Bär. Ganz zu schweigen über die Genauigkeit von belanglosen Punkten.

Die Straße zum Fluss lief durch einen Landstreifen, wo einmal Reisfelder waren. Fast alle waren umgeschlagen, während des Prozesses der Dekontamination, und nun lag die Erde dar in einem strahlenden Haufen. Trotz der Hitze, trugen alle Arbeiter, die wir sahen, Schutzanzüge und Masken, mit verlängerten Stiefel bis zur Taille. Noch einige Jahre nach dem `Unfall` war es verboten, diese Gegend zu betreten, weil tiefe Risse in der Straße offen zurückgelassen worden. Erst kürzlich wurde die Straße fertig renoviert. Obwohl Ground Zero in der Nähe war, fuhren zu unserer Überraschung Autos an uns vorbei. Als sie uns sahen, verlangsamten sie auf Schritttempo und machten einen weiten Bogen um uns herum. Nicht eine Menschenseele ging zu Fuß.

Vielleicht hielten sie Abstand von uns, weil wir keine Schutzanzüge tragen, sagte ich. Der Bär gab ein zurückhaltendes Grunzen von sich. Im ersten Halbjahr dieses Jahr war ich besonders vorsichtig, nicht zu viel Strahlung aufzunehmen, meine gesamte Strahlung von kumulierter Strahlung, zeigte das ich noch einiges vertragen konnte. Und die Vorhersage von Speed, lautete das es heute nicht viel Wind in dieser Region geben wird.

Der Bär reagierte nur mit einem Achselzucken. Der einzige Laut der zu hören war, war das Tapsen seiner Pfoten auf dem Asphalt.

Ich fragte ihn, ob noch alles in Ordnung wäre.

„Mir geht es gut. Auf dem Asphalt gehen ist ermüdend, aber ansonsten fühle ich mich gut. Der Fluss ist nicht mehr weit. Danke für deine Sorge. Das ist nett von dir…Gerne nehme ich dich auf meine Schulter, wenn du müde bist. Mein Körper ist viel größer als deiner, sodass meine höchstzulässige Dosierung höher ist, was bedeutet das es für mich in Ordnung ist, wenn ich ohne Schuhe auf dem Asphalt gehe, wo die Strahlenwerte höher sind. Es wäre angenehmer für dich, oder sollen wir weiterlaufen?“

In dieser Stimmung fuhr er fort. Ich trug einen großen Hut und konnte mit der Hitze gut umgehen, darum sagte ich nichts, aber insgesamt gesehen wollte er mich wohl dazu bewegen, weiterzugehen. Wir gingen stillschweigend weiter.

Von weitem hörten wir ein schwaches Geräusch von rauschendem Wasser. Als wir immer weitergingen wurde es lauter, und endlich erreichten wir den Fluss. Ich hatte erwartet, dass dort niemand wäre, aber am Ufer standen zwei Männer. Vor dem ´Unfall `, war das ein lebendiger Ort, wo Menschen schwammen und fischten, und Familie mit ihren Kindern herkamen. Jetzt allerdings, wurden hier keine Kinder zurückgelassen.

Ich setzte meine Tasche ab und wischte mein Gesicht mit einem Tuch ab. Dem Bär hing seine Zunge heraus, und fing leicht an zu hecheln. Als wir da standen, kamen zwei Männer auf uns zu. Beide trugen Schutzanzüge. Einer von ihnen trug lange Handschuhe bis zum Ellbogen, während der andere eine Sonnenbrille trug.

Schwarzer Bär, Tier, Schwarz, Canim Lake

 

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Der Regenbogen, der nachts leuchtete

Expectrum, Regenbogen, Linien, Farbe, Satin, Ideen

  „Leise Peterle, leise! Der Mond geht auf die Reise.“

Friedlich träumend schlummerte Emil in seinem Bett, doch in dieser Nacht geschah etwas Seltsames. Fabelwesen und Elfen wanderten durch seine Traumwelt, bis ein leises Pling, ihn aus dem Bett steigen ließ.

„Komm mit hinaus in die sternenklare Nacht“, wisperte die Regenbogenfee.

Schlafwandelnd öffnete Emil das Fenster, schwebend erhob er sich hinaus in die Finsternis, umschwirrt von dem sonderbaren Wesen.

„Komm, lass uns in die Dunkelheit der Sterne schreiten, heute geschieht etwas Besonderes.“

Die Fee klatschte in die Hände, worauf glitzernde Handschuhe erschienen. Emil sah sie mit erstaunten Augen an, die Trance schien verschwunden zu sein.

„Zeichne die Farben des Regenbogens in den Nachthimmel.“

Emil drehte ungläubig die Handschuhe, die die Fee ihm gegeben hatte.

„Zieh sie an, jede der fünf Finger wird dir eine Farbe geben, du wirst sehen, wie sie erleuchtet die dunkle Nacht.

Emil glaubte dass er sich in seinen Träumen befände, das konnte einfach nicht geschehen. Er fing an eine Farbe nach der anderen in den Himmel zu malen. Leuchtend erstrahlte der Regenbogen am Nachthimmel. Der Mond erblasste angesichts der herrlichen Farbenpracht.

 

Regenbogen, Raum, Planeten, Wissenschaft

 

„Weißt Du was die Farben bedeuten?“

Die Regenbogenfee umschwirrte ihn, wie eine Libelle, während Emil stumm fort malte er.

„Rot ist die Farbe der Liebe. Es bedeutet das alle Menschen miteinander in Verbindung stehen.“

Gelb beherbergt den himmlischen Schatz, wie Weisheit, Vertrauen, Friede.

Blau steht für das teilen in der Gemeinschaft

Violett bedeutet dass dir jemand die Hände reicht.

Grün steht für das Hoffen“

Der Himmel erleuchtete wie nie zuvor, die Regenbogenfee tanzte um ihn herum. Ein verwunschenes geheimnisvolles Funkeln umgab sie beide. Emil rieb sich die Augen, eine große Müdigkeit befiel ihn mit einem Mal, als ob all seine Kräfte verbraucht wären.

Langsam stieg die Morgenröte am Himmel auf. Die Nacht ging zu Ende, die Farben verblassten allmählich, und Emil lag wieder träumend in seinem Bett.

(Das war eine Hausaufgabe der Schreibwerkstatt und entstand aus meiner eigenen Feder. A.M.G)

 

 

 

Der Gast im Garten

Der Gast im Garten

       Lesesplitter

Taskashi Hiraide Der Gast im Garten

Die Katze- wie oft taucht sie in Geschichten auf. Eine Katze, die kommt und geht, und doch den Familienanschluss sucht.

Die Geschichte spielt in den späten Achtzigern Jahren und es scheint eine autobiografische Geschichte zu sein, doch das verringert nicht das Lesevergnügen. Erzählt wird von einem verheirateten Ehepaar, einem Autor und einer Verlagslektorin, die ein kleines Gartenhaus mieten. Der Garten gehört zu einem größeren Anwesen, aber die Übereinkunft ist befristet, im Hintergrund die steigenden Immobilienpreise. Beide haben keine Kinder, und der Alltag hat sich in die Ehe eingeschlichen.

Es ist eine ruhige Geschichte, in der sich alles um die Katze dreht. Chibi streunert im Garten herum, der eigentlich den Nachbarn gehört. Durch ein Loch im Zaun schleicht sie sich immer wieder an die Eheleute heran, und baut zu ihnen eine Freundschaft auf.

Die Erzählung basiert vor allem auf den Beschreibungen von der Katze Chibi, und ihren Streifzügen im Garten. Allerdings gibt es ein Kapitel im Buch, wo die Frau von der Katze nichts mehr wissen will, und dann ist doch wieder alles gut. Das hat mich ein bisschen irritiert, oder war es bewusst so eingefügt. Jedenfalls ist es ein Bruch im Erzählfluss.

Eine leise, lyrische und poetische Geschichte, die vor allem Katzenliebhaber mögen werden.

 

Der Autor:

1950 in Japan geboren, arbeitete er als Verlagslektor, bevor er sich dem Schreiben widmete. Er hat zahlreiche Gedichtbänder und Essays veröffentlicht und unterrichtet an der Kunsthochschule Tama. Der Gast im Garten ist sein erster Roman, er wurde in acht Sprachen übersetzt und war in den USA und Frankreich ein Bestseller.

Illustriert wurde das Buch von Quint Buchholz. Übersetzt von Ursula Gräfe.

 

Das Buch:

Takashi Hiraide Der Gast im Garten

Insel Verlag, 134 Seiten

http://www.amazon.de/Der-Gast-im-Garten-Roman/dp/3458176268

Yokoso-Willkommen

so wird der Gast in Japan begrüßt, so möchte ich sie einladen, in meinem Beiträgen zu lesen und zu stöbern.

Warum Japan? Warum Romane aus dem diesem Land? Alles fing mit dem Fernkurs „In die Ferne lesen“ an. Der Reisekoffer wurde gepackt, mit den Ländern: Afrika, Asien, Arabische Welt, Lateinamerika. Doch hängengeblieben bin ich bei Japan.

Besprochen wurde das Buch:

         

            Manazuru – eine Geschichte, die vieldeutig ist.

 

Kurzbeschreibung:

Manazuru erschien 2007 in Japan. Die Autorin erzählt die Geschichte von Kei einer Mutter im mittleren Alter, die im alltäglichen Leben ihren Rhythmus und seine Grenzen lebt. Sie und ihre Tochter leben seit zwölf Jahren mit ihrer Mutter zusammen, seitdem ihr Mann Rei verschwunden ist. Warum, darüber grübelt Kei immer wieder nach. Doch in den vergangenen Jahren hat sie bisher nichts über die Ursache des Verschwindens herausfinden können, und weil die Wahrheit schwer zu fassen ist, zieht Kei immer mehr in sich zurück. Eines Tages beschließt sie spontan, in eine kleine Kleinstadt, namens Manazuru zu fahren, wo sie und ihr Mann ihr letztes gemeinsames Wochenende verbrachten, bevor er verschwand.

Manazuru ist eine kurze Zugreise von Tokio entfernt, dennoch scheint es eine andere Welt zu sein. Einen Steinwurf ist die Atmosphäre anders als in der Großstadt, ein ruhiger Seeort, der eine hypnotische Wirkung auf Kei hat. Hier lebt sie in Gedanken die Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

 

Meine Sichtweise auf das Buch:

In vielen deutschen Besprechungen wird es als Liebesroman bezeichnet, doch es ist viel mehr. In ihrem Roman spiegelt die Autorin, viele Facetten wieder, von den ich eine beschreiben möchte.

Manazuru- eine Geschichte, die den Leser zunächst etwas verstört hinterlässt. Ist es eine Liebesgeschichte, oder handelt der Roman von vielmehr, das zu entdecken gilt? Diese Fragen ließen mich nicht los, und so fand ich eine aufschlussreiche Arbeit von Jill Mowbray-Tsutsumi , von denen ich einige Punkte auszugsweise verwenden möchte.

Manazuru untersucht mehrere Abschnitte, die das Verhältnis zwischen Kei und ihrer Tochter untersucht. Diese Abschnitte gleichen einem komplexen Ansatz zwischen der reellen und phantastischen Welt, die die Schlüsselwörter- verwischen, überfließen- skizzieren, ebenso Satzstrukturen die die Oberflächen und den Körper in Manzuru beeinflussen, erläutern. Die Feinheit in Kawakamis Sprache formt den Roman, das hinter der visuellen Erscheinung schaut. Sie ist bekannt für ihre phantastischen Geschichten der Metamorphose, seltsamen Erscheinungen und Kurzgeschichten. Sie erzählt von Kei, ihrer Tochter und ihrer Mutter, die zusammenleben, nachdem Keis Mann verschwunden ist.

Wenn wir uns den Plot anschauen, begegnen wir eigenartigen Dingen. Als erstes Manazuru, warum fährt sie immer wieder dorthin, und wer ist diese Frau, die ihr ständig folgt? Kehrt Kei dorthin zurück, weil ihr Mann dorthin verschwunden ist? Will sie dort Antworten finden?

Nicht der Plot, ist das Wesentliche im Roman, sondern die Stille der Sätze, welche den Leser faszinieren, besonders die ersten zwei Zeilen:

„Als ich ging, folgte mir irgendetwas.

Es war weit entfernt, ich konnte es nicht erkennen-

Ob es eine Frau ist, ob es ein Mann ist . Welches schön wäre. Ich ging weiter, um mich nicht darum zu kümmern.

 

Zunächst scheint es ein normaler Satz zu sein, doch hat er Signalbedeutung für die weitere Handlung. Manzuru enthält zwei Charaktere, die wichtig sind. Zu einem die geografische Lage, eine Küstenstadt und Kei die dort zu sich selbst findet, sowie die literarische Bedeutung des Wortes. Der Schlüssel zum Roman ist die bezeichnende Natur der Wörter in der ganzen Handlung.

Von Anfang sind die japanischen Charaktere eine wichtige Bedeutung in der Erzählung. Immer mehr wird dem Leser bewusst, dass es nicht nur um das Verschwinden von Keis Ehemann handelt, sondern auch um Drehpunkte- Heirat, Schwangerschaft, Geburt und Stillen- die ihren Körper beeinflusst haben. Der Text versucht greifbar die weiblichen körperlichen Erfahrungen von Kei und Momo darzustellen, von Anfang an, bis hin zu Unerklärlichkeit von Teilung von Körper und Geist.

Auf den Text bezogen, stellt sich das durch den Körper von Kei und wie sie sich selbst sieht dar. Ihr Körper formt ihre Identität, darum spielt der weibliche Körper eine zentrale Rolle in Manazuru. Es beeinflusst auch Keis Deutungen zu Beziehungen zwischen ihrem Ehemann, Liebhaber, Tochter und Mutter.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Namen im Roman, die Kei, ihre Mutter und ihre Tochter diskutieren, dass der japanische Charakter ihre Namen formt. Nicht ohne Grund haben die Frauen diese Gedanken, sie verstehen die visuelle Oberfläche und deren Bedeutung.

Der Roman ist ein komplexes Spiel zwischen dem Stil und der Bedeutung der Wörter. Besonders der weibliche Körper rückt weit in den Vordergrund. Sie sind auch wichtig um zu verstehen, wie davon die Beziehung zwischen Kei und Momo beeinflusst wird. Für Kei beginnt sie als physikalische Beziehung, die zu einer mentalen Distanz wird. In dieser Phase taucht die Frau auf. Hier finden sich zwei Wörter die ihren in ihre körperlichen Erfahrungen fliessen-minaguru (zu überfliesen) und nijima (zu verwischen). In dieser Phase beginnt die Frau ihr zu folgen, ihre Beziehung zu Kei wird immer enger, und als sich ihre Hände berühren, verschwimmen ihre Körper. Umso mehr Kei der Frau folgt, umso mehr entfernt sie sich von ihrer Tochter.  Langsam beginnt Kei ihren Körper zu verstehen.

Ist es der Geisterglaube aus der altjapanischen Literatur, das uns das Buch so schwer fassen lässt. Kawakami schreibt es in ihren Werken behutsam fort, vielleicht hat sie deswegen hier mehr auf die Weiblichkeit setzt, weil sie dafür empfänglicher sind. Sehen von Dingen und Gestalten, die „eigentlich „ nicht da sind, Dinge und Gegenstände die woanders sind, sind nicht für jeden Leser etwas.

Gerade die atmosphärischen Beschreibungen machen den Roman aus, warum sind uns manche Menschen so nah, manche weniger. Wie lassen sich solche Empfindungen und Stimmungen überhaupt ausdrücken? Ein Spiel der Wörter und Sätze, die etwas Magisches haben.

Am Ende der Geschichte löst sich Kei vom Schattenreich Manazuru, doch wirkliche Antworten bekommt der Leser nicht.

Das ist die Grundstruktur des Romans, der mehrmals gelesen werden sollte, um die Bedeutung zu verstehen.

 

Die Autorin

Hiromi Kwakami, 1958 in Tokio geboren,studierte Naturwissenschaften. Sie unterrichtete Biologie, bevor 1994 ihr erster Roman erschien. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Literaturpresien ausgezeichnet, “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“, erhielt den renommierten Tanizaki-Preis und war ihr erstes sehr erfolgreiches Buch in deutscher Übersetzung.

„Am Meer ist es wärmer“

Eine Liebesgeschichte, erschienen 2012, 208 Seiten, ISBN 3423140992

 

http://www.amazon.de/Meer-ist-w%C3%A4rmer-Liebesgeschichte-Literatur/dp/3423140992

 

Diese Reise möchte ich fortsetzen. Neben japanische Autorinnen, werde ich in Schreibwerk meine eigene Geschichten vorstellen, in Lesesplitter das was ich so auf dem Buchmarkt gelesen habe. Vorwiegend werde ich mich mit der weiblichen Autorenschaft auseinandersetzen. Ein weiterer Punkt sind auch Sprache und Übersetzung.  Ich möchte einen interessanten Artikel einfügen, der zeigt wie  ein Text sich verändert  kann.

www.relue-online.de/2014/03/oednis-im-bett/#more-3061

 

Kommen Sie mit auf eine Reise, die Ihnen hoffentlich gefallen wird. Reisen wird der Leser auch in Länder, ich stelle Ihnen Geschichten von Woman Traveling vor.

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Viel Lesefreude in dem Blog Wortsonate.